Fast 50 Cent pro Stück: Brötchenpreise steigen in Bäckereien

In einem geflochtenen Korb liegt eine Menge frischer Brötchen neben- und aufeinander. Einige kleben noch zusammen. Sie sehen knusprig und frisch aus mit genau der richtigen Bräune.
Symbolbild © imago/Gottfried Czepluch

Nun werden sich wohl noch weniger Menschen frische Brötchen leisten können, denn mit fast 50 Cent pro Stück steigen die Brötchenpreise in den Bäckereien wieder an. Sowohl Bäcker als auch Kunden sind innerlich zerrissen.

Man möchte gerne und doch lässt es das Haushaltsbudget nicht zu: Aufgrund steigender Brötchenpreise in den Bäckereien können und wollen die Verbraucher ihre Backwaren nicht mehr vom Bäcker kaufen. Doch genau dieser ist auf den Umsatz angewiesen.

Harte Konkurrenz und Kunden mit immer weniger Geld: Kein Entkommen aus dem Teufelskreis

Frisch duftende Brötchen und knuspriges Brot auf dem Frühstückstisch – der Duft erfüllt den ganzen Raum, und man weiß: Was hier auf dem Tisch liegt, ist von echter Qualität und geschmacklich nicht zu toppen. Doch immer weniger Menschen können sich die Brötchen, die durchschnittlich zwischen 33 und 48 Cent pro normalem Weizenbrötchen vom Bäcker liegen, leisten. Sie greifen lieber auf Brötchen zurück, die es in der Backwarenabteilung der Supermärkte und Discounter gibt. Hier bezahlt man für ein normales Schnittbrötchen gerade einmal zwischen 13 und 15 Cent. Damit nehmen die Bäcker immer weniger ein. Doch günstiger können sie ihre Backwaren nicht anbieten, denn sonst machen sie Verluste. Damit hat die wirtschaftliche Lage einen Teufelskreis in Gang gesetzt, dem wohl keiner so einfach entkommt.

Lesen Sie auch
Entsorgen im Müll: Viele Haushalte machen diesen Fehler

Gründe sind hinreichend bekannt – trotzdem streben die ersten Bäckereien nun einen Strategiewechsel an

Erst im Mai hat die Familienbäckerei Dries in Rüdesheim die Tariflöhne ihrer Mitarbeiter erhöht. Dadurch mussten auch die Preise für die Backwaren angehoben werden. Damit ist die Bäckerei jedoch nicht die einzige. Neben gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten wollen sie ihre Angestellten auch fair entlohnen. Doch kaum ein Kunde sieht es ein, für das gleiche Produkt ständig mehr bezahlen zu müssen. Zwar hat ein normales Brötchen die 50-Cent-Grenze noch nicht geknackt. Doch mit 48 Cent pro Stück steht es kurz davor.

Deshalb hat man in der Bäckerei Dries beschlossen, die Strategie zu ändern. Man will den Kunden die erhöhten Preise auch mit einer entsprechenden Leistung schmackhaft machen. So sollen neue und innovative Produkte entstehen, die von hoher handwerklicher Qualität sind. Damit unterscheiden sie sich deutlich von den Produkten aus den Back-Discountern. Andere Bäckereien wollen ebenso verfahren und haben die Erfahrung gemacht, dass nicht alle Kunden zum Discounter abwandern. Sie verstehen die Lage der Bäckereien, denn auch als Privatperson hat man mit enormen Preiserhöhungen zu kämpfen. Davon bleibt man als Betrieb nicht verschont.