Fleischfressende Würmer breiten sich in deutschen Gärten aus

Ein schmaler, glänzender Wurm liegt auf einer graubraunen Steinoberfläche. Sein Körper ist lang, flach und hellbraun mit dunkleren Linien entlang der Mitte. Neben dem Tier befindet sich ein menschlicher Finger.
Symbolbild © imago/blickwinkel

Diese fleischfressenden Würmer breiten sich zunehmend in unseren Breitengraden aus. Fachleute machen auf die großen Herausforderungen aufmerksam. Wie Gartenbesitzer den ungebetenen Gast erkennen und was ihn besonders gefährlich macht. 

Ein unverwüstliches Tier macht es sich in deutschen Gärten gemütlich. Experten warnen vor den Folgen. Was bei einem Fund zu tun ist.

Vorsicht: Fleischfressende Würmer breiten sich hierzulande aus

In der heimischen Natur breitet sich derzeit eine invasive Tierart aus, die das biologische Gleichgewicht in deutschen Gärten empfindlich stören könnte. Die fremden Bodenbewohner kommen meist unbemerkt über den internationalen Pflanzenhandel in hiesige Breitengrade. Die Problematik liegt vor allem in ihrem Jagdverhalten. Sie ernähren sich räuberisch von nützlichen Bodenlebewesen. Dazu gehören etwa Schnecken und Regenwürmer. Auch Asseln stehen auf dem Speiseplan.

Was viele nicht ahnen oder nur aus Science-Fiction-Filmen kennen: Wenn einer der glitschigen Würmer zerteilt wird, regenerieren sich die Teilstücke zu vollständig neuen, eigenständigen Individuen. Die besondere biologische Eigenschaft macht sie extrem widerstandsfähig. Weil herkömmliche Jäger in unseren Breiten diese Tiere weitgehend meiden, steht einer massenhaften Vermehrung in der Natur kaum etwas im Weg.

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Wie Gartenbesitzer die Tiere sofort erkennen

Hinter den Sichtungen steckt die australische Landplanarie, in der Fachsprache „Caenoplana variegata“ genannt. Der räuberische Strudelwurm wurde unter anderem in einem Garten in Nordrhein-Westfalen gefunden und hat sich seitdem im Bundesland bemerkbar gemacht. Das Tier lässt sich an seinem fast schwarzen Körper erkennen, über den helle, gelb-bräunliche Streifen verlaufen.

Damit er nicht selbst zur Beute wird, nutzt der Wurm eine effektive Abwehr: Er sondert einen klebrigen Giftschleim ab. Dieser Überzug sorgt dafür, dass Vögel oder andere Räuber das Weite suchen, weil der Wurm für sie schlichtweg ungenießbar ist. Wer im eigenen Beet ein verdächtiges Exemplar entdeckt, sollte eine Aufnahme machen und den Fundort an offizielle Stellen weitergeben, um die Ausbreitung zu erfassen. Fachleute der Zoologischen Staatssammlung München raten dazu, neue Gartenpflanzen vor dem Einsetzen gründlich auf diese getarnten Tiere zu prüfen.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Zoologische Staatssammlung München)