Forscher decken auf: Millionen Haushalte lagern Eier falsch

Eine Frau nimmt aus ihrem Kühlschrank gerade eine Flasche Saft heraus und ist im Begriff, sie zu öffnen. Im offenen Kühlschrank befinden sich neben Eiern und einer Karaffe mit Saft nur noch Obst und Gemüse.
Symbolbild © imago/ingimage

Zahlreiche Haushalte lagern Eier seit Jahrzehnten scheinbar korrekt – doch neue Forschungen zeigen: Genau diese Gewohnheit könnte sie anfälliger für Brüche machen. Eine simple Drehung könnte alles verändern.

Seit Jahrzehnten stehen Eier im Kühlschrank mit der Spitze nach oben. Doch genau das könnte ein folgenschwerer Fehler sein – mit überraschenden Konsequenzen.

Der große Eier-Falltest

Im Eierkarton liegen sie ordentlich in Reih und Glied. Unten das breite Ende, oben die Spitze. So kennen wir es von der Eierverpackung aus dem Supermarkt, so übernehmen wir es zu Hause im Kühlschrank. Tatsächlich könnte genau diese Gewohnheit dafür sorgen, dass Millionen Eier unnötig schnell zerbrechen. Das zumindest legen neue Erkenntnisse von Forschern des Massachusetts Institute of Technology nahe. Um der Sache auf den Grund zu gehen, ließen die Wissenschaftler 180 Eier fallen – und zwar immer wieder aus acht, neun und zehn Millimetern Höhe.

Getestet wurden drei Positionen: senkrecht mit der Spitze nach unten, senkrecht mit dem stumpfen Ende nach unten – und waagrecht, also quer, auf der Seite liegend. Das Resultat war eindeutig. Rund die Hälfte der Eier, die senkrecht fallen gelassen wurden, zerbrach. Dabei spielte es keine Rolle, welches Ende nach unten zeigte. Ganz anders sah es jedoch aus, wenn die Eier horizontal aufprallten: Nur etwa zehn Prozent gingen zu Bruch. Der Grund liegt im Aufbau der Schale. In der Mitte ist sie am flexibelsten. Genau dort kann sie Energie bei einem Aufprall am besten aufnehmen und verteilen. Steht das Ei hingegen aufrecht, wirkt die Kraft punktueller – die Bruchgefahr steigt drastisch. Was bedeutet das für unseren Kühlschrank? Theoretisch müssten Eier quer gelagert werden, um sie robuster gegen Stöße zu machen.

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Mehr als nur Frühstück

Die Studie hat aber nicht nur praktische Bedeutung für den Haushalt. Laut den Forschern liefert sie wichtige Erkenntnisse darüber, wie Strukturen auf dynamische Belastungen reagieren. Die besondere Bauweise der Eierschale könnte sogar als Vorbild dienen – etwa zur Optimierung von Schutzausrüstung oder Helmen.

Währenddessen bleibt das Ei ein Dauerbrenner auf deutschen Tellern: Vier bis fünf Stück pro Woche isst jede Person im Schnitt. Eine australische Studie zeigt: Wer ein bis sechs Eier pro Woche konsumiert, senkt sein Risiko für Gesamt- und Herz-Kreislauf-Mortalität. Bei täglich einem Ei – also sieben pro Woche – verschwindet dieser Effekt jedoch. Einen Zusammenhang mit Krebs fanden die Forschenden nicht. Und am Markt? Die Lage bleibt angespannt. Vogelgrippe, hohe Nachfrage vor Ostern und ein knappes Angebot sorgen weiterhin für Druck.

(Quellen: Fachjournal zur Lebensmittelkunde, dpa)