Für Kinder: Gesetz verbietet Werbung für ungesundes Essen

Ein Junge sitzt im Schneidersitz auf einer weißen Parkbank und ist gerade dabei, einen Burger zu essen. Neben ihm liegt ein grüner Rucksack. Esc scheint Sommer zu sein, denn das Kind trägt ein T-Shirt, eine kurze Hose und nur Socken.
Symbolbild © imago/Westend61

Endlich ein Durchbruch in der Werbung! Ein neues Gesetz verbietet nämlich Werbung für ungesundes Essen, die sich an Kinder richtet. Damit soll ein großes Problem endlich in Angriff genommen werden.

Um Kinder zu schützen und mehr auf ihre Gesundheit zu achten, verbietet nun ein neues Gesetz Werbung für ungesundes Essen, die sich direkt an die Kleinen richtet. Die Verantwortlichen erhoffen sich viel von diesem einschneidenden Schritt.

Risikogruppe: Immer Menschen in Deutschland sind zu dick

Ein Übermaß an Essen, das sich auch auf die Zivilisation auf der Welt auswirkt. Wer in den Industrieländern lebt, stellt fest, dass immer mehr Menschen an Gewicht zulegen. Dies gilt jedoch nicht nur für Erwachsene, die für ihre Lebensgestaltung in der Regel selbst verantwortlich sind. Auch immer mehr Kinder und Jugendliche sind fettleibig oder auf dem besten Wege, dies zu werden. Statistische Erhebungen aus den Jahren 2019 bis 2021 zeigen, dass mit 53 bis 54 Prozent über die Hälfte der Erwachsenen übergewichtig sind, also einen BMI von über 25 haben. Bei rund 19 Prozent liegt sogar Fettleibigkeit vor. Sie haben einen BMI von über 30. Die Tendenz ist steigend.

Bei Kindern und Jugendlichen zwischen drei und 19 Jahren sind sechs bis neun Prozent fettleibig. Zwischen 15 und 20 Prozent zählen dagegen bereits als übergewichtig. Auch hier zeigt die Tendenz eine traurige Entwicklung. Laut den Kinderärzten nehmen immer mehr Kinder und Jugendliche zu. Abgesehen von den Eltern, die direkten Einfluss auf ihre Kinder haben, sorgen Werbung und zahlreiche Angebote im Supermarkt oder Discounter für den Rest.

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Neues Gesetz verbietet Werbung für ungesundes Essen: „Kinder müssen geschützt werden“

Bereits 2023 hatte der damalige Ernährungsminister Cem Özdemir sich für einen Plan eingesetzt, der Werbung für ungesundes Essen, die sich an Kinder und Jugendliche richtet, einschränken sollte. Bislang befindet sich dieses Vorhaben jedoch in der Warteschleife. Wirtschaft und Politik blockieren ein solches Vorhaben bislang erfolgreich. Während in Deutschland also das Problem ausgesessen wird, ist unser Nachbarland schon weiter. Ab dem 1. Februar dürfen in den Niederlanden Werbe-Spots für ungesundes Essen, die sich an Kinder zwischen 13 und 16 Jahren richtet, in der Zeit von 17 bis 22 Uhr nicht gesendet werden. Werbung, die sich an Kinder unter 13 Jahren richtet, ist sogar komplett verboten.

Zwar hat die niederländische Regierung dieses Gesetz nun beschlossen, doch die Initiative kam auch von den Lebensmittelherstellern selbst. Sie haben sich diese Vorgaben eigenständig aufgelegt. Konkret verschwinden jetzt Werbe-Spots für Cola, Kekse, Eis und andere ungesunde Lebensmittel. Und auch Influencer müssen sich in entsprechenden Kooperationen an diese Vorgaben halten. Die Zukunft wird zeigen, wie sich dieses neue Gesetz auf die Gesundheit auswirkt.

(Quellen: Gesetzestext zum Werbeverbot, Gesundheitsministerium, Verbraucherschutzorganisationen)