
Experten sind bereits im Sommer alarmiert: Die Gasspeicher in Deutschland sind vergleichsweise leer ‒ und ein teurer Winter ist nicht ausgeschlossen. Das sind die Gründe für die besorgniserregende Entwicklung im Land.
Im Vergleich zu Italien, Spanien und Polen schneidet Deutschland mit den Gasfüllständen deutlich schlechter ab. Warum nun die Sorge um einen teuren Winter wächst.
Gasspeicher: Niedriger Füllstand sorgt für Ernüchterung
Die Temperaturen in den Innenräumen mussten viele Verbraucher schon im letzten Jahr senken, um Energiekosten sparen zu können. Angesichts der derzeitigen Hitze denkt wohl kaum einer an die diesjährigen Heizkosten. Dennoch lassen vergleichsweise leere Gasspeicher in Deutschland jetzt aufhorchen ‒ und viele Verbraucher diskutieren bereits hitzig. „Was soll man dazu noch sagen?“, heißt es etwa in einem Social-Media-Kommentar. „Das ist langsam nicht normal“, schreibt eine Person. Hintergrund der Entwicklung sind unter anderem weniger Gasimporte, etwa durch hohe Beschaffungskosten.
Angst vor einem teuren Winter in Deutschland
Bereits im Jahr 2025 hatten sich die Herausforderungen gezeigt: Am 1. April belief sich der Füllstand der Gasspeicher hierzulande auf rund 29 Prozent ‒ ein verhältnismäßig niedriger Stand. Stand August 2026 weisen die Speicher eine Füllquote von fast 48 Prozent auf. Ob die Energiekosten im Winter tatsächlich deutlich in die Höhe schießen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehört, wie sich der Iran-Krieg entwickelt und wie kalt der diesjährige Winter in Asien und Europa wird. Beide Kontinente konkurrieren um Flüssiggas (LNG).
In einigen anderen EU-Staaten sieht die Situation im Vergleich entspannter aus. Schaut man nach Polen, zeigt sich derzeit ein beeindruckender Füllstand von 87 Prozent. Hierzu tragen insbesondere die Unabhängigkeit von Russland und die frühe Vorsorge bei den Gasvorräten des Landes bei. Auch Spanien und Italien liegen bei über 70 Prozent und somit über dem EU-Durchschnitt. Trotz der angespannten Lage muss man sich laut Fachleuten offenbar keine allzu großen Sorgen machen: Alternative Importmöglichkeiten sollen die Versorgung sicherstellen. Der Gedanke an Preisschwankungen sorgt bei vielen Verbrauchern dennoch für Unsicherheit. Die weitere Entwicklung bleibt nun abzuwarten.
(Quellen: Bundesnetzagentur, Bundeswirtschaftsministerium, AGSI/GIE)














