Gasprobleme: Erster deutscher Großkonzern stellt auf Öl um

Konzern mit Arbeitern
Symbolbild © istockphoto/industryview

Energiekrise erreicht jetzt den nächsten deutschen Großkonzern – Die Produktion mit Gas wird teurer.

Für die Herstellung von Textilwaren wird Gas in hohen Mengen benötigt. Mittlerweile sind die Preise jedoch so stark angestiegen, dass Trigema vorübergehend auf Öl umsteigt. Der Geschäftsführer, Wolfgang Grupp, habe mit einer Hochrechnung  seiner Produktionskosten von 12 Millionen Euro für das Gas allein für das Jahr 2022 gerechnet, 2020 lagen die Kosten bei rund 1,2 Millionen Euro.

Um eine Preisexplosion zu vermeiden, entschied sich das Unternehmen aus Burladingen kurzfristig dazu, die Produktion mit Öl fortzuführen. Diese Lösung bietet sich jedoch nicht langfristig an, die Konzerne brauchen dringend ein Energiekonzept, mit dem sie die Produktion weiterhin zu bisherigen Preisen finanzieren können.

Lesen Sie auch
Erste deutsche Haushalte backen Tiefkühlpizza auf dem Herd

Öl ist keine Dauerlösung

Der hohe Verbrauch des Gases beim Färben der Textilien wurde immer wieder von Umweltschützern kritisiert. Die Branche zählt zu den stärksten Verbrauchern von fossilen Brennstoffen und der Einsatz eines Ölkessels ist ein Schritt in die falsche Richtung. Doch vorübergehend scheint dem Geschäftsführer keine andere Wahl zu bleiben.

Gas ist weniger schädlich für die Umwelt, aber zurzeit ein knappes und teures Gut. Eine weitere Produktion damit ginge zu Lasten der Endverbraucher. Letztendlich, so Grupp, könne man sich nicht länger auf die Belieferung mit Gas verlassen, eine langfristige Lösung mit erneuerbaren Energien müssten her. Die strengen Subventionen gegen Russland haben dazu geführt, dass deutschen Konzernen keine andere Möglichkeit bleibt, kurzfristig auf fossile Brennstoffe zurückzugreifen.

Lesen Sie auch
Verboten: Das sollte man sonntags nicht in der Wohnung machen

Jetzt die Umstellung

Innerhalb von zwei Monaten ist eine Umstellung auf erneuerbare Energien nicht möglich. Beim Gas zu bleiben, wäre hingegen ein großes finanzielles Risiko. Keiner weiß, wie es mit dem russischen Gas weitergeht. Das Risiko, plötzlich keiner Lieferung mehr zu erhalten oder zu Preisen zu produzieren, die sich nicht rentieren, ist dabei zu hoch. Solange es keine kurzfristigen Absprachen mit anderen Gaslieferanten gibt, bleibt nur der Rückschritt zum Öl.