Gefährliche haarige Raupe breitet sich in deutschen Gärten aus

Eine kleine, haarige Raupe klettert auf den Baumstamm. Dabei handelt es sich um den gefährlichen Eichenprozessionsspinner, der sich jedes Jahr in deutschen Gärten ausbreitet. Entpuppt sich die Larve als Falter, ist sie harmlos.
Symbolbild © istockphoto/marnag

Eine kleine, haarige Raupe treibt in Kürze wieder ihr Unwesen in Deutschland. So harmlos sie auch aussieht, so können vor allem ihre Härchen heftige, körperliche Reaktionen bei Menschen auslösen.

Bevor aus einer Raupe ein Schmetterling wird, ist das Tier erst einmal eine Raupe. Einige davon können für die Menschen jedoch sehr gefährlich sein, auch wenn es zunächst nicht den Anschein hat.

Gefährliche haarige Raupe breitet sich aus

Eigentlich in Südeuropa beheimatet breitet sich der Eichenprozessionsspinner seit den Neunziger Jahren auch in Deutschland aus. Grund dafür sind die veränderten Witterungsbedingungen. Dank des Klimawandels herrscht auch hierzulande zunehmend ein trockenes und warmes Klima – genau die Lebensbedingungen, die die gefährliche Raupe schätzt. Dabei scheint das kleine Tierchen auf den ersten Blick recht harmlos. Jedoch dienen die zahlreichen, kleinen Haare nicht zur Zierde, sondern der Abwehr.

Wie der Name schon sagt, halten sich die Raupen vornehmlich an Eichen auf. Die Blätter des Baumes sind die bevorzugte Nahrungsquelle der Larven. Im dritten Stadium ihrer Entwicklung bilden sich die sogenannten Spiegel- oder Brennhaare aus. Das passiert in der Regel Ende April/Anfang Mai – je nach Witterung. Bei den aktuellen Wetterverhältnissen der Bundesrepublik könnte dies demnach früher als später der Fall sein.

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Eichenprozessionsspinner: Das macht die Raupe so gefährlich

Nicht nur für den Menschen, sondern auch für andere Tiere sind die Haare der Raupe gefährlich. Diese enthalten das Nesselgift Thaumetopoein, das bei Hautkontakt starke Irritationen hervorrufen kann. Zumeist äußern sie sich durch rote, stark juckende Knötchen, bis hin zu regelrechten Quaddeln – ähnlich der Nesselsucht. Gelangen die Härchen in die Augen, lösen sie häufig eine unangenehme Bindehautentzündung hervor. Je allergischer jemand auf das Gift reagiert, desto stärker sind die Symptome. Im Normalfall klingt die Reizung nach ein bis zwei Wochen ab. Nur selten dauert dies länger.

Da die Haare des Eichenprozessionsspinners durch die Luft fliegen, können sie auch eingeatmet werden. Das Tückische daran sind die feinen Widerhaken, die sich in den Atemwegen festsetzen können. Das kann starken Husten oder auch Asthmaanfälle auslösen. Generell gilt es, bei etwaigen Symptomen wie übermäßigem Hautausschlag oder Atemnot, einen Arzt aufzusuchen. Eine zu heftige Reaktion kann nämlich sehr gefährlich, in seltenen Fällen sogar lebensbedrohlich sein.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Apotheken Umschau, Öko-Test, Vier Pfoten)