Gefahr: In immer mehr deutschen Gärten tauchen graue Kugeln auf

Ein Baum mit kräftigem, verzweigtem Stamm und vielen dünnen Ästen. Zwischen den Ästen hängt ein dunkles, rundlich geformtes Nest der Asiatischen Gelbschenkelhornisse.
Symbolbild © imago/CHROMORANGE

In immer mehr Gärten hängen plötzlich graue, lampionartige Kugeln in den Bäumen. Experten stufen sie als ernstes Warnsignal ein. Sie halten eine neue Aufmerksamkeit für heimische Naturgefahren für unbedingt erforderlich.

In vielen deutschen Gärten tauchen derzeit seltsame graue Kugeln in den Baumkronen auf. Experten schlagen Alarm – und rufen Bürger zu besonderer Wachsamkeit auf.

Seltsame Lampions im Garten – was dahintersteckt

Es ist ein Anblick, der derzeit viele Hobbygärtner zusammenzucken lässt: In kahlen Bäumen hängen plötzlich große, graue Kugeln, die aussehen wie seltsame Lampions. Jetzt, da das Laub gefallen ist, treten diese Gebilde besonders deutlich zutage – und sorgen bundesweit für Unruhe. Naturschützer bitten die Bevölkerung dringend, solche Nester zu fotografieren und zu melden. Der Grund: Hinter den papierartigen, rundlichen Konstruktionen steckt eine Eindringlingsart, die sich in Deutschland immer weiter ausbreitet. Besonders im Herbst erreichen die Nester ihre beeindruckende Endgröße. Bis zu 350 Jungköniginnen können darin heranwachsen – potenzielle Gründerinnen neuer Kolonien, die nach frostfreien Winterquartieren suchen.

Die Auflösung: Seit März 2025 gilt die Asiatische Hornisse hierzulande offiziell als etabliert, und ihre rasante Ausbreitung beschäftigt zunehmend Behörden und Experten. Die Nester sind leicht zu erkennen: Sie hängen meist frei in den Baumkronen, oft in über zehn Metern Höhe, haben eine bräunlich-graue Papierstruktur und ein seitlich platziertes Einflugloch. Mitunter finden sich die grauen Kugeln aber auch in Baumhöhlen, Dachnischen oder Carports.

Lesen Sie auch
Teuer: Luxus-Glühwein auf Weihnachtsmarkt kostet fast 20 Euro

Gefahr für Bienen – und warum das jeder melden sollte

Die Asiatische Hornisse hat es hauptsächlich auf Honigbienen abgesehen: Sie fängt sie gezielt vor den Stöcken ab. Doch das ist längst nicht alles – laut Studien stehen über 160 verschiedene Insektenarten auf ihrem Speiseplan. Das Problem: Ein einziges Nest besteht aus mehreren Tausend Tieren. Gemeinsam vertilgen sie jährlich bis zu zwanzig Kilogramm Insekten. Das ist ein enormer Druck auf heimische Ökosysteme.

Der Jahreszyklus ist streng saisonal: Nur die Jungköniginnen überleben den Winter, während Arbeiterinnen und Drohnen spätestens mit dem ersten Frost sterben. Alte Nester werden nicht wieder besiedelt. Dennoch bleibt Vorsicht oberstes Gebot, denn vereinzelt kann sich noch Leben darin befinden. Wer ein solches Nest entdeckt, sollte folgende Regeln beachten: Abstand halten, fotografieren, Standort notieren und den Fund an den NABU oder die Naturschutzbehörde melden. Es gilt: Auf keinen Fall selbst entfernen – die Tiere verteidigen ihr Zuhause aggressiv und zielen bei Angriffen sogar bevorzugt auf das Gesicht!

(Quellen: NABU, Stadtbienen)