Gehälter: Fast jeder zweite Haushalt zählt noch zur Mittelschicht

Hand einer Person mit braunen, abgenutzten Arbeitshandschuhen, die verschiedene Euro-Scheine und Euro-Münzen präsentiert, darunter ein 10-Euro-Schein und 2-Euro-Münzen. Die Hand hält das Geld vor einem weißen Hintergrund.
Symbolbild © istockphoto/fotojog

Wer sich um seinen sozialen Status sorgt und sich fragt, ob man noch zur Mittelschicht zählt, sollte jetzt aufhorchen. Daten und Berechnungen zeichnen ein deutliches Bild: Ab diesem Betrag gehört man dazu. 

Viele dürften sich angesichts der wirtschaftlich herausfordernden Zeiten fragen, ob ihr Einkommen noch zur gesellschaftlichen Mitte passt. Folgende Zahl verrät es.

Trotz Krise: Mitte bricht laut IW nicht ein 

Gestiegene Kosten, Unsicherheiten am Arbeitsmarkt und die Inflation der vergangenen Jahre haben bei vielen Menschen Sorgen geschürt. Dazu gehört wohl auch die Befürchtung, den Anschluss an die gesellschaftliche Mitte zu verlieren. Doch ein Blick auf die Daten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt ein überraschend stabiles Bild. Trotz dieser wirtschaftlichen Belastungen gehörte 2022 fast jeder zweite Haushalt in Deutschland zur einkommensstarken Mitte. Allerdings dürfte sich vielen auch die Frage stellen, ab wann man überhaupt zur Mittelschicht zählt.

Aufgeklärt: Ab wann man zur Mittelschicht zählt

Die Antwort darauf liefert im Allgemeinen der Blick auf das verfügbare Nettoeinkommen, wobei es keine verbindliche, offizielle Abgrenzung gibt. Für eine alleinstehende Person begann die statistische Mitte – zumindest im Jahr 2022 ‒ bei einem Betrag von 1.850 Euro im Monat, so das IW. Inzwischen dürften die Grenzwerte durch die allgemeine Teuerung und Lohnanpassungen nach oben gewandert sein. Doch das Prinzip bleibt identisch: Wer mehr als der Durchschnitt verdient, aber noch keine Reichtümer anhäuft, bildet den stabilen Anker der Gesellschaft.

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Spannend wird es vor allem dann, wenn man den Fokus vom Einzelnen auf die Wohngemeinschaft lenkt. In der Statistik gilt nämlich das Prinzip der geteilten Kosten, wonach zwei Menschen in einer Wohnung weniger als das Doppelte verbrauchen. Kommen Kinder hinzu, steigt der benötigte Betrag zwar an, aber pro Kopf weniger stark als bei den Erwachsenen. Dennoch unterscheidet sich die Realität vieler Familien von der Theorie, da das rechnerische Sparpotenzial im Alltag an seine Grenzen stößt. Ob Urlaubsplanung oder Lebensmitteleinkauf – in teuren Zeiten bleibt am Ende des Monats oft weniger als gewünscht übrig.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Statistisches Bundesamt, Bundesagentur für Arbeit, Institut der deutschen Wirtschaft Köln, OECD, Deutsche Bundesbank)