Geschmack: Deutsche merken deutliche Unterschiede beim Essen

Der Einkaufswagen ist mit verschiedenem frischem Gemüse, Konserven und weiteren alltäglichen Lebensmitteln gefüllt und steht in einem Supermarktbereich nahe des Eingangs, was die typische Einkaufssituation vieler Menschen anschaulich widerspiegelt.
Symbolbild © imago/CHROMORANGE

Früher war alles besser – das finden zumindest einige Bürger, wenn es um das Thema Essen geht. Scheinbar werden Lebensmittel immer geschmackloser. In den sozialen Medien zeigt sich: Deutsche merken deutliche Unterschiede.

Dass Lebensmittel häufig nicht mehr direkt vom Bauernhof kommen, ist bekannt. In Bezug auf den Geschmack von Supermarkt-Lebensmitteln wird diskutiert. Einige Deutsche merken deutliche Unterschiede.

Weniger Geschmack: Diese Transportwege legen Lebensmittel zurück

Ob automatisierte Kassen, Payback-Apps oder völlig autonome Märkte ohne Personal: Supermärkte machen immer wieder mit neuen Erfindungen auf sich aufmerksam. Eines hat sich dabei definitiv geändert. Denn Lebensmittel legen heutzutage deutlich längere Transportwege zurück, bis sie im Regal oder auf dem Teller landen.

Ein Beispiel sind die sogenannten „Food Miles“, die die Strecke beschreiben, die Lebensmittel vom Erzeuger bis zum Konsumenten zurücklegen. Besonders bei unverarbeiteten Produkten wie Obst, Gemüse, Fisch und Eiern ist die Herkunft leichter nachvollziehbar. Bei verarbeiteten Lebensmitteln liegen aber häufig keine genauen Informationen über Transportwege, Zutaten oder Produktionsorte vor. Oft legen Lebensmittel lange Transportwege zurück, die mit Schiffen, Flugzeugen, Zügen oder Lastwagen bewältigt werden. Dabei entstehen erhebliche CO2-Emissionen.

Deutsche merken deutliche Unterschiede: Das steckt hinter dem Phänomen

Dennoch ist zu beachten, dass der CO2-Fußabdruck eines Lebensmittels nicht nur von den Transportwegen abhängt, sondern auch von der Produktion, dem Verbrauch und der Entsorgung abhängen. Ein Beispiel für die komplexen Transportwege und den CO2-Fußabdruck eines Produkts ist Nutella. Die Zutaten wie Haselnüsse, Kakao, Palmöl und Zucker importiert der Hersteller aus verschiedenen Ländern weltweit, bevor er sie in einer zentralen Produktionsstätte verarbeitet. Auch Gentechnik-Lebensmittel sollen schon bald in den Supermarkt kommen.

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Einige Deutsche merken in puncto Lebensmittel inzwischen wohl deutliche Unterschiede beim Geschmack. Auf Instagram diskutieren Bürger, dass Lebensmittel wie Obst und Gemüse im Vergleich zu früher weniger Vitamine und Mineralstoffe enthalten sowie schlechter schmecken und riechen sollen. Als Ursache werden oft „ausgelaugte Böden“ und „Kunstdünger“ genannt. Laut der Verbraucherzentrale Berlin liegt dies jedoch eher an neuen Pflanzensorten, die mehr Stärke bilden und dadurch weniger Mikronährstoffe aufnehmen. Böden sind heute durch Überdüngung häufig zu nährstoffreich, was das ökologische Gleichgewicht beeinträchtigen kann. Schwankungen im Nährstoffgehalt von Obst und Gemüse sind jedoch normal und gesundheitlich unbedenklich, solange Verbraucher täglich die empfohlenen fünf Portionen Obst und Gemüse (etwa 550 Gramm) zu sich nehmen. Leider liegt der durchschnittliche Konsum in Deutschland deutlich unter dieser Empfehlung.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)