Gesundheit wird Luxus: Krankenkassen erhöhen wieder Beiträge

Viele 100-Euro-Scheine stapeln sich auf einem Tisch. Darüber liegt ein Stethoskop, das in einer Arztpraxis verwendet wird. Das Bild impliziert, dass Geld für einen Arztbesuch bezahlt wird oder dass eine Krankenversicherung viel Geld kostet.
Symbolbild © istockphoto/deepblue4you

Die Bürger Deutschlands müssen künftig noch tiefer in die Tasche greifen, denn die Krankenkassen erhöhen zum neuen Jahr abermals ihre Beiträge. Eine Kommission der Bundesregierung will jedoch an Lösungen arbeiten.

Die Bundesregierung arbeitet derzeit an Reformen im Sozialwesen, die auf viel Gegenwind stoßen. Immerhin – so scheint es – sind ausgerechnet jene am meisten von den Änderungen betroffen, die am wenigsten haben.

Gesundheit wird zum Luxus: Beiträge steigen wieder an

Zwar verspricht die Bundesregierung, nicht am allgemeinen Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung zu schrauben, jedoch wird der durchschnittliche Zusatzbeitrag der Krankenkassen angehoben. Zum Vergleich: Lag der Satz 2024 noch bei rund 1,7 Prozent, waren es in diesem Jahr schon 2,5 Prozent. Für 2026 sollen es etwa 3,1 Prozent sein. Bei einem Grundbeitrag von 14,6 Prozent gehen somit 17,7 Prozent des Bruttoeinkommens an die Krankenversicherung. In der Realität haben viele Krankenkassen ihren Zusatzbeitrag schon im Laufe dieses Jahres erhöht, wodurch der Schnitt auf 2,9 gerutscht ist.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat erst kürzlich in einem aktuellen Referentenentwurf zur Erhöhung die Beitragsbemessungsgrenzen für 2026 offengelegt. Daraus geht klar hervor, dass die Bemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung von 5.512,50 Euro auf 5.812,50 Euro monatlich angehoben wird. Grund für die Erhöhungen sind einerseits die steigenden Löhne, an die die Anpassung der Grenzen rechtfertigen soll. Andererseits steigen die Ausgaben für Medikamente und Krankenhausbehandlungen sowie die Zahl der pflegebedürftigen Menschen. Eine Kommission unter Bundesgesundheitsministerin Nina Warken diskutiert aktuell Lösungsvorschläge, um die Bürger zu entlasten.

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Krankenkassen erhöhen Beiträge – so kann man trotzdem sparen

An den Leistungen der Krankenkassen ändert sich nichts, obwohl sie ihre Beiträge erhöhen. Daher lohnt es sich, über einen Wechsel der Krankenkasse nachzudenken. Dabei gilt es besonders, den jeweiligen Zusatzbeitrag zu vergleichen. Das kann am Ende des Jahres schon ein paar Hundert Euro ausmachen. Wer ein geringes Einkommen, jedoch regelmäßig hohe Ausgaben hat, kann eine Zuzahlungsbefreiung für Medikamente und Behandlungen beantragen. Diese greift jedoch erst, wenn eine Belastungsgrenze von zwei Prozent des Jahresbruttoeinkommens überschritten ist.

Mit einem gesunden Lebensstil lässt sich sogar bares Geld verdienen. Einige Krankenkassen, wie zum Beispiel die AOK, bieten sogenannte Bonusprogramme an. Vorsorgeuntersuchungen, regelmäßiger Sport oder das Erfüllen bestimmter Gesundheitsziele bringen Punkte. Diese kann man dann in Geld umwandeln und sich recht unkompliziert auszahlen lassen. Weiterhin lassen sich manche Kosten für medizinische Leistungen von der Steuer absetzen. Das gilt vor allem, wenn die Kosten die Einnahmen übersteigen.