Gift-Gefahr: Babynahrung erneut betroffen – Eltern in Sorge

Ein Erwachsener füttert ein kleines Baby mit einem Löffel. Das Baby sitzt im Hochstuhl und hat Essen im Gesicht, während ein weiteres Kind im Hintergrund neugierig zuschaut.
Symbolbild © imago/Oliver Langel

Ein neuer Rückruf von Babynahrung verunsichert viele Familien: Betroffene Produkte werden immer mehr, Experten warnen vor Gesundheitsgefahren – Eltern sind in Sorge und prüfen jetzt ihre Vorräte.

Ein Gift, das Eltern den Schlaf raubt – und eine Warnung, die größer wird als gedacht. Warum viele Familien jetzt ihre Vorräte prüfen sollten.

Der Rückruf, der immer weiter wächst

Eltern wollen Sicherheit, besonders beim Essen für die Kleinsten. Doch genau dieses Vertrauen bekommt derzeit Risse. Eine neue Entwicklung sorgt für Unruhe in Küchen und Kinderzimmern. Was zunächst nach einem begrenzten Problem klang, entpuppt sich nun als deutlich größer. Der Lebensmittelkonzern Danone hat seinen Rückruf von Babynahrung der Marken Aptamil und Milumil massiv ausgeweitet. Waren es vor einer Woche noch drei Produktionschargen, sind nun mehr als 120 betroffen – mit unterschiedlichen Verpackungsgrößen und Mindesthaltbarkeitsdaten. Hintergrund ist das Bakteriengift Cereulid, das von bestimmten Keimen kommt und gesundheitliche Risiken birgt.

Betroffen sind Produkte der Reihen Aptamil Pronutra, Aptamil Profutura DuoAdvance sowie Milumil. Auch in Österreich verkaufte Chargen gehören dazu, da grenzüberschreitender Handel möglich ist. Danone ruft Eltern eindringlich dazu auf, die betroffenen Produkte nicht mehr zu füttern und im Handel zurückzugeben. Der Kaufpreis wird selbst ohne Kassenbon erstattet. Ob ein Produkt betroffen ist, lässt sich über die Websites aptaclub.de und milupa.de anhand des Mindesthaltbarkeitsdatums prüfen. Der Konzern hatte seine ursprüngliche Warnung vom 30. Januar aufgrund neuer Empfehlungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) aktualisiert. Diese hat strengere Grenzwerte für Cereulid festgelegt.

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Warum das Gift für Babys so gefährlich ist

Cereulid kann bereits dreißig Minuten bis sechs Stunden nach dem Verzehr zu plötzlicher Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen und Durchfall führen. Was für Erwachsene meist unangenehm, aber beherrschbar ist, kann für Säuglinge schnell gefährlich werden. Mediziner raten dringend, bei entsprechenden Symptomen sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Der Fall reiht sich ein in eine lange Liste von Lebensmittelrückrufen: Seit 2022 gab es jährlich über 300. Eine Auswertung der vergangenen sieben Jahre zeigt, dass vor allem Obst und Gemüse (13,92 Prozent), Eis und Süßwaren (11,07 Prozent) sowie Gewürze (10,71 Prozent) betroffen sind. Babynahrung macht mit 0,96 Prozent zwar nur einen kleinen Anteil aus – doch gerade hier ist die Sorge besonders groß. Häufigste Ursachen für Rückrufe sind Krankheitserreger (20,64 Prozent), Fremdkörper (20,31 Prozent) sowie Rückstände und Kontaminanten (18,90 Prozent).

(Quellen: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Herstellerangaben, Lebensmittelüberwachung)