
Sie ist klein, dunkel und kommt vor allem dann aus ihrem Versteck, wenn die Bewohner schlafen: Die Fettspinne fühlt sich auch in deutschen Häusern und Wohnungen wohl. Besonders im Herbst können die Tiere häufiger auffallen. Wegen ihres Aussehens wird die Spinne sogar mit der berüchtigten Schwarzen Witwe verwechselt.
Die Fettspinne wird lediglich etwa 4,5 bis sieben Millimeter groß. Auffällig ist ihr glänzender, dunkelbrauner bis beinahe schwarzer Hinterleib. Ihren Namen verdankt sie genau diesem Erscheinungsbild: Der Körper wirkt, als wäre er mit einer glänzenden Fettschicht überzogen.
Fettspinne geht vor allem nachts auf die Jagd
In Deutschland ist die Spinnenart längst heimisch und weit verbreitet. Besonders wohl fühlt sie sich in Gebäuden. Dort sucht sie sich ruhige und dunkle Plätze. Sie kann sich beispielsweise unter Schränken, hinter Möbeln oder unter Fensterbrettern verstecken. Für Menschen mit Spinnenangst dürfte vor allem ihr Tagesrhythmus unangenehm sein. Fettspinnen sind überwiegend nachtaktiv. Während sie sich tagsüber verstecken, verlassen sie bei Dunkelheit ihre Rückzugsorte und machen sich auf die Suche nach Beute.
Dabei sollte man die kleine Spinne nicht unterschätzen. Auf ihrem Speiseplan stehen verschiedene Insekten und andere Spinnen. Sie kann sogar wesentlich größere Hauswinkelspinnen überwältigen. Gerade in diesen Wochen können Fettspinnen verstärkt auffallen. Vor allem die Männchen sind zwischen Juni und Oktober unterwegs, um Weibchen zu finden. Auf ihrer Suche verlassen sie ihre gewohnten Verstecke und können dadurch auch Bewohnern häufiger begegnen.
Giftig – für Menschen aber normalerweise ungefährlich
Das dunkle und glänzende Aussehen erinnert an Vertreter der Echten Witwen. Tatsächlich gehört auch die Fettspinne zur Familie der Kugelspinnen. Grund zur Panik besteht trotzdem nicht. Wie die meisten Spinnen besitzt auch die Fettspinne Gift, mit dem sie ihre Beute überwältigt. Für Menschen gilt sie jedoch als ungefährlich. Ein Biss ist äußerst selten und kommt in der Regel nur vor, wenn sich ein Tier stark bedroht fühlt. Schwere gesundheitliche Folgen sind bei der heimischen Fettspinne nicht zu erwarten.
Die Ähnlichkeit mit der Schwarzen Witwe sollte nicht unnötig beunruhigen. Die wesentlich bekanntere Europäische Schwarze Witwe ist vor allem im Mittelmeerraum verbreitet. Wer nachts eine Fettspinne durch die Wohnung krabbeln sieht, muss sie deshalb nicht töten. Das Tier kann vorsichtig mit einem Glas eingefangen und nach draußen gebracht werden. Unangenehm mag der nächtliche Besucher für manche Menschen trotzdem sein – gefährlich ist er normalerweise nicht.
Quellen: AraGes, SMNK














