Gut für Umwelt und Konto: Immer mehr verzichten auf Klopapier

Auf einer Holzablage befinden sich einige Rollen Toilettenpapier, die in Nahaufnahme zu sehen sind. Im Hintergrund zeigt sich verschwommen der Rest des Badezimmers mit einem Waschbecken und aufgehängten Handtüchern.
Symbolbild © istockphoto/Rike_

Immer mehr Menschen wollen etwas für die Umwelt tun und ihr Konto schonen und verzichten deshalb auf Klopapier. Experten geben ihnen sogar Recht und zeigen, welche sinnvollen Alternativen es gibt.

Der Umwelt zuliebe verzichten immer mehr Verbraucher auf Klopapier. Wer dies ebenfalls tun möchte, findet einige sinnvolle Alternativen, die sogar besser sind als das altbewährte Toilettenpapier.

Seit Jahrzehnten in jedem Haushalt: „Muss endlich gehen“

2028 feiert das Toilettenpapier seinen 100. Geburtstag in Deutschland. Solange gibt es dies nämlich schon auf der Rolle, so wie wir es schon lange kennen und nutzen. Damals bestand das Papier jedoch noch aus rauem Krepppapapier. Immerhin war es jedoch hygienischer als die Methoden vor 1928. Erst weitere 30 Jahre später kam das weichere Papier in der heutigen Form in den deutschen Handel.

Doch auch wenn es sich schon seit fast einem Jahrhundert bewährt hat, produzieren wir durch die Verwendung von Toilettenpapier ordentlich Müll. Laut statistischen Erhebungen produzieren die deutschen Bürger 750.000 Tonnen Abfall aufgrund des Papiers. Und das jedes Jahr. Das macht einen durchschnittlichen Verbrauch von zwölf bis achtzehn Kilogramm Klopapier pro Person jährlich. Denn wir werfen natürlich nicht nur das benutzte Papier ins WC, sondern müssen auch die Papprolle entsorgen. Deshalb haben sich immer mehr Menschen zum Ziel gesetzt, dass sie der Umwelt zuliebe auf das Klopapier verzichten wollen.

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Verzichten auf Klopapier: Diese Alternativen sind umweltschonender und haben auch andere Vorteile

Wer auf das Papier verzichten möchte, hat jedoch nicht nur die Umwelt im Hinterkopf. Auch das Portemonnaie wird durch die Nutzung beansprucht. Ein Mensch verbraucht durchschnittlich 134 Rollen Toilettenpapier im Jahr. Das belastet auch den Geldbeutel. Zudem reinigt das trockene Papier nicht optimal, so die Experten. Deshalb greifen inzwischen immer mehr Menschen zu feuchtem Klopapier. Doch auch davon raten Experten ab. Auch wenn hier sicherlich ebenfalls der Umweltgedanke zum Tragen kommt, machen Fachleute auf einen weiteren Punkt aufmerksam. Das Feuchtpapier darf keinesfalls die Toilette hinuntergespült werden. Dies führt nämlich zu erheblichen Verstopfungen – und nicht notgedrungen nur im eigenen Haushalt. Klärwerke haben ein erhebliches Problem mit diesen Mengen an Feuchttüchern.

Eine sinnvolle, kostensparende und umweltschonende Lösung bieten sogenannte Bidets. Diese verfügen über eine entsprechende kleine Duschvorrichtung, die den Körper an den intimen Stellen mit sauberem Wasser rückstandslos reinigt. Wer über eine solche Einrichtung nicht verfügt und sich den Einbau nicht leisten kann oder will, kann auch auf die sogenannten Reisebidets zurückgreifen. Diese bedürfen keiner Installation und erfüllen ebenso ihren Zweck. Damit spart man nicht nur Geld und schont die Umwelt, sondern profitiert auch von einer gründlichen Reinigung.

(Quellen: Umweltbundesamt, Verbraucherzentrale, Studien zu Papierverbrauch und Abwasserhygiene)