Handel unter Druck: Bio-Lebensmittel sollen Standard werden

Im Regal eines Discounters oder Supermarktes stehen mehrere Packungen Weizenmehl. Die Beschriftung zeigt, dass es sich um ein Bio-Produkt und um die Eigenmarke eines Discounters oder Supermarktes handelt.
Symbolbild © imago/Pond5 Images

Jetzt ist der Handel unter großem Druck. Denn Bio-Lebensmittel werden immer beliebter. Viele erwarten einen neuen Standard. Doch den können nur die wenigsten so einfach erfüllen.

Der Handel steht unter einem großen Druck. Denn Bio-Lebensmittel sollen ein neuer Standard werden. Zumindest wenn es nach den Verbrauchern geht, ist das ein wichtiger Schritt.

Neuer Standard wird gefordert

Nun gerät der Handel unter Druck. Denn Bio-Lebensmittel werden für immer mehr Menschen eine absolute Voraussetzung in Sachen Einkaufen. Doch viele Händler sind noch lange nicht so weit. Mittlerweile ist damit klar: Bio-Qualität ist kein Nischenwunsch mehr, sondern eine Erwartungshaltung. Doch für viele Händler und vor allem Landwirte stellt das eine große Hürde dar. Denn obwohl der Handel so unter Druck ist, ist eine Umsetzung von heute auf morgen alles andere als einfach.

Der Wechsel zur Bio-Landwirtschaft erfordert Investitionen, etwa in neue Technik, Ställe oder andere Anbaumethoden. Im gleichen Maß sind Erträge oft geringer als in der konventionellen Landwirtschaft. Meist müssen Betriebe zwei bis drei Jahre wirtschaften, bis sie ihre Produkte überhaupt als Bio verkaufen dürfen. Im Klartext bedeutet das höhere Kosten bei geringeren Einnahmen. Das können sich nur die wenigsten leisten.

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Immer mehr Händler bekommen Probleme

Dabei ist der Handel nicht nur unter Druck in Sachen Bio-Lebensmittel. Auch in Sachen Fleischproduktion bewegt sich derzeit einiges aus Konsumentensicht. Denn eine klimafreundliche Ernährungswende gelingt vor allem auch durch den Konsum von weniger tierischen Produkten. Bio-Fleisch wird zwar tiergerechter produziert, bleibt aber klimaschädlicher als pflanzliche Alternativen. Aus diesem Grund fordern auch immer mehr Verbraucher mehr Alternativen zu Fleisch.

Das stellt die Landwirtschaft vor ein neues Problem, welches sich nur schlecht lösen lässt. Denn tatsächlich lassen sich viele Forderungen der Verbraucher nicht so schnell umsetzen, wie das von den Menschen, die jeden Tag im Supermarkt einkaufen gehen, gewünscht ist. Der Prozess wird eine Weile brauchen, und der Druck auf den Handel wird noch weiter steigen.

(Quellen: Handelsblatt, Stern, Tagesschau)