
Nach über 75 Jahren ist er insolvent: Ein traditionsreicher Schuhhändler befindet sich in einer tiefen Krise. Wir geben einen Überblick, welche Auswirkungen die Schieflage auf die Kundschaft hat und wie die weiteren Schritte des Unternehmens aussehen.
Viele Kunden verlassen sich auf ihn – nun jedoch steht der Schuhhändler plötzlich unter massivem Druck. Das sind die Hintergründe.
Plötzlich insolvent nach über 75 Jahren: Schuhhaus muss zittern
Das Problemjahr 2025 ‒ der Branchenverband HDE nennt es sogar ein „verlorenes Jahr“ ‒ hat der deutsche Einzelhandel hinter sich gebracht. Doch die Aussichten für 2026 sehen nicht unbedingt besser aus: Fast jedes zweite Unternehmen erwartet laut HDE-Umfrage weniger Geld in der Kasse. Nun musste auch ein traditionsreicher Schuhhändler harte Entscheidungen treffen. Der Händler hat ein Insolvenzverfahren beantragt. Dabei liegen die Wurzeln des heute gefährdeten Geschäfts über 75 Jahre zurück ‒ ein Umstand, der vor allem treue, langjährige Kunden traurig stimmen dürfte.
Der wahre Grund für die schwierige Entscheidung
Dass es zur Insolvenz gekommen ist, führt das Unternehmen vor allem auf die derzeitig schwierige Situation des Lieferanten aus Portugal zurück. Dieser ist inzwischen zahlungsunfähig, weshalb es Probleme mit der Lieferung der Ware gibt. Aufgeben will der Schuhhändler mit Sitz in Stuttgart dennoch nicht. Derzeit können Kunden ihre Schuheinkäufe nach wie vor sowohl in den Filialen als auch im Webshop erledigen. Und darauf hofft der Händler stark, denn die Marktsituation ist ohnehin bereits angespannt. Während die Kosten für Betriebe steigen, kaufen Verbraucher insgesamt weniger ein. Außerdem boomt der Handel im Netz, was den Druck zusätzlich erhöht.
Die betroffene Schuhhaus Georg Horsch GmbH betreibt Filialen in Düsseldorf und Stuttgart. Dort bietet das Unternehmen Schuhe in Spezialgrößen (Übergrößen und Untergrößen) an. Am Standort Hamburg gibt es das Geschäft inzwischen nicht mehr. Neue Lieferanten sollen nun bei der Aufrechterhaltung des Betriebs helfen. Um sich zukunftssicher aufzustellen, sucht das Schuhhaus Horsch im Rahmen der Sanierungspläne zudem einen neuen Investoren. Ob und wie schnell sich dieser finden lässt, bleibt vorerst offen.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Angaben der Schuhhaus Georg Horsch GmbH)














