Insolvenz: Deutscher Matratzenhersteller kämpft ums Überleben

In einem Geschäft ist ein Bett mit Kissen und Decken ausgestellt. Im Hintergrund sind weitere Artikel zu sehen, darunter Dekorationsartikel, Bilderrahmen, Tische und Stühle sowie Blumentöpfe.
Symbolbild © imago/Scherf

Nun kämpft ein bekannter deutscher Matratzenhersteller ums Überleben. Das Unternehmen hat Insolvenz angemeldet. Viele Mitarbeiter bangen um ihren Arbeitsplatz und wissen nicht, wie es weitergehen soll.

Warum das Familienunternehmen diesen Schritt gehen musste und was das für die 109 Beschäftigten bedeutet, klärt ein Blick auf die Hintergründe der Krise.

Mitarbeiter bangen um ihren Arbeitsplatz

Ein deutscher Matratzenhersteller hat inzwischen Insolvenz angemeldet und kämpft ums Überleben. Das Familienunternehmen wird von einem vorläufigen Insolvenzverwalter auf seine wirtschaftliche Lage überprüft und lotet Möglichkeiten für eine Sanierung aus. Für die 109 Mitarbeiter bedeutet diese Nachricht eine große Unsicherheit, auch wenn ihre Gehälter über das Insolvenzgeld abgesichert sind. Bei dem deutschen Matratzenhersteller handelt es sich um Bönning+Sommer aus Warburg in Nordrhein-Westfalen. Seit 1990 produziert das Unternehmen unter anderem Matratzen, Topper, Bettdecken und Schaumstoffe. In den vergangenen Jahren hatte das Unternehmen seine Produktion deutlich ausgebaut. Noch 2024 übernahm der Hersteller sogar ein Schaumstoffwerk in Niedersachsen. Umso überraschender kommt für viele Beobachter der Insolvenzantrag.

Als Hauptgrund gilt der enorme Wettbewerbsdruck innerhalb der Branche. Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters verkauft man in Deutschland jedes Jahr rund acht Millionen Matratzen. Das bedeutet: Zahlreiche Hersteller kämpfen um dieselben Kunden, während gleichzeitig die Nachfrage aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage zurückgeht. Hinzu kommen steigende Energie- und Personalkosten sowie günstige Konkurrenz aus dem Ausland. Der bekannte deutsche Matratzenhersteller muss sich auch gegen viel günstigere Anbieter wie Ikea durchsetzen, und Matratzen aus China werden immer beliebter.

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Jetzt kämpft das Unternehmen ums Überleben

Der Fall ist zudem kein Einzelfall. Bereits zuvor musste mit dem Breckle Matratzenwerk Weida ein weiterer deutscher Hersteller Insolvenz anmelden. Branchenexperten beobachten seit Längerem einen harten Verdrängungswettbewerb, der insbesondere kleinere Unternehmen unter Druck setzt.

Auch unabhängig von der aktuellen Insolvenz steht die Matratzenbranche vor einem Wandel. Experten weisen darauf hin, dass Nachhaltigkeit künftig eine immer größere Rolle spielen wird. In Europa werden jedes Jahr rund 40 Millionen Matratzen entsorgt. Ein großer Teil davon wird bislang verbrannt oder landet auf Deponien. Für Verbraucher spielt neben dem Preis des deutschen Matratzenherstellers und anderer Unternehmen außerdem die Lebensdauer einer Matratze eine wichtige Rolle. Fachgesellschaften und Schlafexperten empfehlen, Matratzen je nach Nutzung und Zustand nach etwa acht bis zehn Jahren auszutauschen.

(Quellen: ifo-Institut, Bild, Statistisches Bundesamt, IKEA, enomyc, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)