
Bald soll es für authentischen Käsegeschmack keine Kuh mehr benötigen. Forscher arbeiten an Alternativen, die nicht nur genauso aussehen, sondern auch wie echter Käse schmecken.
An Käse, der auch wie echter schmecken soll, arbeiten Forscher schon länger. Doch bald könnte hierfür der Durchbruch gelingen, sodass keine einzige Kuh und kein Kalb mehr leiden muss.
Mehr als nur ein Trend: Bürger lehnen Kuhmilch und Käse ab
Der Konsum von Kuhmilch in Deutschland sinkt seit Jahren kontinuierlich und hat einen historischen Tiefstand erreicht. Das klassische tägliche Glas Milch ist zunehmend aus der Mode gekommen. Laut aktuellen Daten des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft lag der Pro-Kopf-Verbrauch von Konsummilch im Jahr 2025 bei nur noch 45,1 Kilogramm. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der statistischen Erfassung. Zum Vergleich: Mitte der 1990er-Jahre tranken die Deutschen im Schnitt noch über 62 Kilogramm pro Person und Jahr.
Die Gründe liegen auf der Hand: Immer mehr Menschen ernähren sich vegan, vegetarisch oder leben als Flexitarier, die ihren Konsum von Tierprodukten bewusst reduzieren. Bedenken hinsichtlich der industriellen Massentierhaltung und des Tierwohls bewegen vor allem jüngere Generationen dazu, auf Kuhmilch zu verzichten. Zudem ist das Bewusstsein für Laktoseintoleranz und andere gesundheitliche Aspekte stark gestiegen.
Käse ohne Kuhmilch – und er soll wie echter Käse schmecken
Käsealternativen befinden sich in einer kritischen Übergangsphase. Während sie im Supermarktregal zwar optisch den Mainstream erreicht haben, spiegeln die Verkaufszahlen nach wie vor ein Nischenprodukt wider. Denn: Flexitarier verzeihen bei Fleischalternativen kleinere Abstriche. Bei geschmolzenem Käse auf der Pizza oder der Lasagne sind Verbraucher laut Analysen jedoch extrem kompromisslos.
Start-ups und Tech-Unternehmen wie das deutsche Unternehmen Formo oder internationale Pioniere wie Better Dairy programmieren Mikroorganismen wie Hefen so um, dass sie echtes tierfreies Kasein produzieren. Kasein ist das entscheidende Milchprotein, das herkömmlichem Käse seine Dehnbarkeit, das Schmelzverhalten und den typischen Geschmack verleiht. Die ersten Produkte, die mit dieser Technologie oft als Hybrid-Käse in Kombination mit pflanzlichen Fetten hergestellt wurden, drängen durch erste Partnerschaften schrittweise auf den Markt. Gelingt hier die Skalierung der Produktion, könnte dies den Durchbruch zum Mainstream bedeuten. Damit hätten die Verbraucher einen Käse, der ohne Kuh auch wie echter Käse schmeckt.
(Quellen: EFSA, EU-Kommission)














