
Was Landwirte bereits aus eigener Erfahrung wissen, bestätigt nun eine neue Analyse. Die Kartoffelernte bricht ein und Deutschland trifft es dabei besonders hart. Dies hat auch Folgen für die Verbraucher, die im Supermarkt einkaufen gehen.
Kunden dürften in den nächsten Wochen eine böse Überraschung in den Supermärkten erleben. Die Kartoffelernte bricht in Deutschland aufgrund des Wetters der vergangenen Monate ein und hinterlässt wohl bald leere Regale.
Zu heiß und zu trocken: Landwirte beklagen mangelhafte Ernten
Die anhaltende Kombination aus extremer Hitze und massiver Trockenheit in diesem Sommer hat die deutsche Landwirtschaft schwer getroffen und zu einer „Krise von nationaler Tragweite“ geführt. Laut dem amtlichen Erntebericht von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hinterlässt die Dürre teils verheerende Schäden auf den Feldern. Die Erntemengen liegen bei fast allen Hauptkulturen deutlich unter dem Vorjahresniveau und dem langjährigen Durchschnitt.
Die Dürre betrifft Deutschland ungleich. Während der Norden und Osten bei einigen Getreidesorten noch glimpflich davonkamen, verzeichnen der Süden und Südwesten katastrophale Einbußen und lokale Totalausfälle.
Kartoffelernte bricht ein: „Enorme Auswirkungen“
Deutschland verzeichnet bei den Kartoffeln den größten Verlust seit Jahren. Durch die vertrockneten Böden fehlen der Bundesrepublik schätzungsweise 1,13 Millionen Tonnen Kartoffeln, was zu deutlich kleineren Knollen im Handel führt. Dass die Kartoffelernte in Deutschland und Nordwesteuropa dieses Jahr so extrem schlecht ausfällt, liegt an einer fatalen Kombination aus biologischen Besonderheiten der Pflanze, klimatischen Extremen und einer bewussten Reduzierung der Anbauflächen.
Kartoffeln besitzen im Gegensatz zu vielen anderen Nutzpflanzen sehr flache Wurzeln. Sie können kein Wasser aus tiefen Bodenschichten ziehen, sondern sind zwingend auf regelmäßige Niederschläge im Oberboden angewiesen. Da im Sommer wochenlang die Hälfte des üblichen Regens fehlte, vertrockneten die Bestände vielerorts irreparabel. Die Kartoffel mag es mäßig warm. Sobald die Temperaturen im Sommer jedoch dauerhaft die 30-Grad-Marke überschreiten, stellt die Pflanze aus Selbstschutz das Wachstum komplett ein. Damit gibt es weniger Kartoffeln, die zudem noch kleiner sind als gewohnt. Zudem rechnen Experten wieder mit steigenden Preisen.
(Quellen: dpa, Expana)














