Kartoffeln werden knapp – Verbraucher müssen mit höheren Preisen rechnen

Die Hand einer Frau greift in eine große Holzbox, in der viele Kartoffeln auf einem riesigen Stapel liegen, und nimmt sich eine Kartoffel heraus. Daneben befindet sich eine Box mit Zwiebeln.
Symbolbild © istockphoto/SonerCdem

Kartoffeln gehören zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln in Deutschland. Nach einer außergewöhnlich großen Ernte im vergangenen Jahr hat sich die Situation 2026 jedoch deutlich verändert. Das beliebte Lebensmittel wird plötzlich teurer.

2026 haben die deutschen Bauern weniger Kartoffeln angebaut, zudem drückten Trockenheit und Hitze regional auf die Erträge. Das macht sich nun bei den Preisen bemerkbar.

Extremer Rückgang: Kartoffeln werden knapp und Preise können steigen

Deutschland kam 2025 noch auf eine Kartoffelernte von 13,9 Millionen Tonnen. Das waren 9,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Entsprechend groß war das Angebot. Auf diese Situation reagierten die Landwirte: Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes schrumpfte die Kartoffelfläche 2026 auf rund 280.400 Hektar. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Rückgang um 7,1 Prozent. Gleichzeitig belastete die Witterung die neue Ernte. Das Bundeslandwirtschaftsministerium beschreibt 2026 als Jahr mit besonders trockenem Frühjahr und anschließendem Hitzesommer. Regional fielen die Erträge verschiedener Kulturen deshalb schwächer aus.

Auf dem Kartoffelmarkt ist die Veränderung bereits sichtbar. Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein berichtet Anfang September von einer geringeren Anbaufläche und trockenheitsbedingten Ertragsverlusten. Von einem Überangebot wie im vergangenen Jahr sei der Markt deshalb weit entfernt. Die Preise liegen dort deutlich über der Vorjahreslinie. Der Bayerische Bauernverband meldet unterdurchschnittliche Erwartungen bei Qualität und Ertrag sowie Erzeugerpreise, die ebenfalls deutlich über dem Niveau des vergangenen Jahres liegen. Noch drastischer fällt der Vergleich in Hessen aus. Dort kosteten festkochende Speisekartoffeln am 1. September im Durchschnitt 37 Euro je 100 Kilogramm beim Erzeuger.

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Verbraucher machen sich Sorgen: Kartoffelpreise können steigen

Für Verbraucher bedeutet das allerdings nicht, dass Kartoffeln plötzlich aus den Supermarktregalen verschwinden. Die laufende Ernte bringt derzeit zunehmend Ware auf den Markt. Die aktuellen Daten sprechen vielmehr dafür, dass der starke Preisdruck nach unten aus dem vergangenen Jahr fehlt. In Schleswig-Holstein kosten Speisekartoffeln im Einzelhandel derzeit je nach Sorte, Packungsgröße und Anbieter beispielsweise zwischen 3,99 und 7,99 Euro für fünf Kilogramm.

Wie teuer Kartoffeln im Herbst und Winter tatsächlich werden, hängt nun auch von der weiteren Ernte, Qualität und Lagerfähigkeit ab. In Hessen rechnen Experten bereits damit, dass wegen der kleineren Anbaufläche und teilweise schwachen Ernten mehr Kartoffeln aus anderen Regionen kommen. Für Verbraucher deutet deshalb derzeit vieles auf einen festeren Kartoffelmarkt hin – und damit auf Preise, die nicht so schnell nachgeben dürften wie nach der Rekordernte des vergangenen Jahres.

(Quellen: Destatis, Kartoffelverband Sachsen)