Kein Hinweis: Gentechnik-Lebensmittel kommen in den Supermarkt

Ein Forscher steht in einem weißen Schutzanzug mit Kopfbedeckung und Atemmaske vor einem abgeschirmten Raum und greift von unten hinein. Er hält gerade mehrere Proben in der Hand und schaut diese an. Daneben befinden sich weitere Proben und ein mit Flüssigkeit gefülltes Glas.
Symbolbild © imago/ZUMA Press Wire

Bald kommen Gentechnik-Lebensmittel in den Supermarkt, ohne dass es einen Hinweis auf der Verpackung gibt. Die Verbraucher zeigen sich empört und fühlen sich in ihren Rechten nicht ernst genommen.

Als diese Nachricht publik wurde, gab es kein Halten mehr. In den sozialen Medien überstürzen sich die Proteste. Denn bald sollen Gentechnik-Lebensmittel in den Supermarkt kommen – und das ohne einen Hinweis.

Auch bei Lebensmitteln: Fortschritt hält Einzug in die Branche

In jedem Lebensbereich, den unsere heutige Gesellschaft fest im Leben integriert hat, halten neue Erkenntnisse und Technologien Einzug. Davon bleibt auch die Lebensmittelbranche nicht verschont. So manchen scheint dies an Science-Fiction-Filme zu erinnern, wenn es um ein Verfahren geht, Lebensmittel im Labor zu züchten. Dabei ist dies eigentlich schon Alltag. Man denke nur an die künstlichen Aromen, die wir auf vielen Produkten in der Zutatenliste finden. Da immer mehr Menschen aus ethischen und Umweltschutzgründen den Verzehr von Fleisch einschränken oder sogar komplett aufgeben wollen, arbeiten Forscher inzwischen daran, Fleisch im Labor zu züchten. Doch auch wenn dies noch sehr nach weiterer Zukunft klingt, arbeitet die EU gerade an einem sehr realitätsnahen Plan.

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Gentechnik-Lebensmittel kommen in den Supermarkt: Kein Hinweis mehr für Kunden

Gestern einigten sich die Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Mitgliedsstaaten darauf, die bisher strengen Regeln für Lebensmittel aus Gentechnologie zu lockern. Das bedeutet, dass sie nur noch auf dem Saatgut kennzeichnen müssen, ob es sich um genmanipulierte Pflanzen handelt. Verbraucher erkennen damit nicht mehr sofort, ob es sich um genmanipulierte Lebensmittel handelt. Betroffen von den Lockerungen sind nur diejenigen Lebensmittel, deren Gene so verändert wurden, dass sie schneller wachsen. Alle anderen Manipulationen sind von dieser Lockerung nicht betroffen und folgen weiterhin den strengeren Regeln.

Bislang hatten aufwändige Verfahren Unternehmen davon abgehalten, solche Pflanzen auf den Markt zu bringen. Durch die Lockerung wird dies jedoch jetzt möglich. Die Bürger gehen derweil auf die Barrikaden. Und auch die Verbraucherschützer warnen vor dieser neuen Regelung. Denn dadurch können Verbraucher nicht mehr bewusst entscheiden, ob sie genmanipulierte Lebensmittel verzehren wollen oder nicht.

(Quellen: Lebensmittelverband Deutschland, gentech)