Krankenkassen erhöhen wieder die Preise für Millionen Bürger

Ein Teil einer Krankenkassenkarte ist zu sehen, auf der "Gesundheitskarte steht". Auf der Karte liegen einige Münzen. Es sind 1- und 2-Euro-Münzen. Unter der Karte befinden sich einige Geldscheine.
Symbolbild © istockphoto/Eisenlohr

Ihnen fehlen Milliardenbeträge. Deshalb werden die Krankenkassen die Beitragssätze wieder erhöhen müssen, sagen Fachleute voraus. Das Defizit bewegt sich auf ein Rekordniveau zu. Die Leidtragenden sind Versicherte, die mit massiven Teuerungen rechnen müssen. 

2026 und 2027 könnten richtig teuer werden. Experten prognostizieren höhere Krankenkassenbeiträge. Das bekommen vor allem Arbeitnehmer beim Blick auf ihr Lohnkonto zu spüren.

Belastung für Versicherte: Krankenkassen erhöhen Beitragssätze wieder

Die Krankenkassen befinden sich in einer massiven finanziellen Schieflage ‒ und diese soll künftig noch schlimmer werden. Das zentrale Problem: Hohe Kosten, etwa für Krankenhausbehandlungen und für die immer älter werdende Bevölkerung in Deutschland, stehen zu geringen Einnahmen gegenüber. Deshalb sind Defizite entstanden. Neue Reformen sollen das Gesundheitssystem in Deutschland entlasten. Allerdings sind die Herausforderungen nach wie vor groß, und das langsame Tempo der Umsetzung wird kritisiert.

Für 2027 rechnet man jetzt mit einem Defizit auf Rekordniveau. Zwölf Milliarden Euro könnten den Kassen fehlen. Nun sind Experten alarmiert. Für einen Ausgleich fallen die Bundesmittel zu niedrig aus. Fachleute prognostizieren weitere Beitragserhöhungen. Aufgrund der Finanzierungslücke in Höhe von vier Milliarden Euro im Jahr 2026 steigen die Beiträge höchstwahrscheinlich schon im kommenden Jahr um mindestens 0,2 Prozentpunkte an.

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Weniger Nettolohn: Arbeitnehmer müssen mit Minus rechnen

Nicht nur Arbeitgeber müssten höhere Abgaben zahlen, wenn die Beitragssätze erneut steigen. Auch Arbeitnehmer werden belastet. Ihnen bleibt weniger vom Nettolohn, was angesichts der gestiegenen Lebenshaltungskosten für viele ein Schlag sein dürfte. Grundsätzlich steht Versicherten ein sogenanntes Sonderkündigungsrecht bei Krankenversicherungen zu, wenn die Beiträge erhöht werden. Demnach könnten diese sich für einen Wechsel zur Konkurrenz entscheiden. Ob sich dieser lohnt, ist allerdings fraglich. Denn fast alle Kassen müssen ihre Beitragssätze zukünftig anpassen, um keine roten Zahlen zu schreiben.

Ungefähr 17,5 Prozent vom Bruttolohn gehen derzeit für die Krankenversicherung der Beschäftigten ab. Für 2027 ist aktuell mit mindestens 18 Prozent zu rechnen. Inwiefern sich der Beitragssatz in diese Richtung entwickelt, hängt primär davon, wie groß das Finanzloch künftig tatsächlich sein wird. Umso größer ist deshalb die Hoffnung vieler, dass bald die geplanten grundlegenden Strukturreformen kommen.