Krebserregender Stoff in Kinderspielzeug – immer mehr Rückrufe

Ein Junge und ein Mädchen spielen in einer Kindertagesstätte.
Symbolbild © istockphoto/FamVeld

Eltern machen sich derzeit große Sorgen. Denn ein beliebtes Kinderspielzeug erlebt immer mehr Rückrufe. Man hat einen krebserregenden Stoff gefunden, mit dem auf keinen Fall zu spaßen ist.

Die bunten Produkte gehören inzwischen in fast jedem Kinderzimmer zum festen Alltag. Besonders an regnerischen Tagen rettet diese kreative Beschäftigung den Nachmittag für die ganze Familie.

Beliebtes Kinderspielzeug erobert die Haushalte – „Gute Alternative bei schlechtem Wetter“

Im Jahr 2014 kam gefärbter Spielsand im großen Stil auf den Markt, als die Firma Spin Master den „Kinetic Sand“ erfand und weltweit vertrieb. Zwar gab es bereits davor bunten Dekosand oder hydrophoben „Zaubersand“ für physikalische Experimente. Doch der Siegeszug als formbares Knet- und Spielzeug für das Kinderzimmer begann mit dieser Innovation. Der kinetische Sand oder Knetsand ist ein Gemisch aus 98 % Quarzsand und 2 % Silikonöl. Durch das Bindemittel haftet er nur an sich selbst, trocknet nie aus und lässt sich rückstandslos in Innenräumen verwenden. Er wird in fast allen erdenklichen Neon- und Glitzerfarben produziert.

Der klassische bunte Spiel- und Bastelsand wird oft auf Basis von gemahlenem Kalkstein oder Quarz hergestellt und mit Farbpigmenten versetzt. Er dient zum Befüllen von kleinen Indoor-Spieltischen oder für Sandbilder. Mit beiden Varianten hat der Nachwuchs sichtlich Spaß. Zudem bietet er sich als Indoor-Beschäftigung bei schlechtem Wetter an.

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Immer mehr Rückrufe: Experten warnen vor diesem Kinderspielzeug

Allerdings warnen Experten nun vor diesem Knetsand. Man sollte unbedingt darauf achten, wo man ihn kauft. Denn Laboruntersuchungen der Stiftung Warentest und europäischer Überwachungsbehörden haben in zahlreichen Proben von trockenem Bastel-, Deko- und Zaubersand aus China gefährliche Asbestfasern wie Tremolit nachgewiesen. Das Problem liegt am Rohstoff. Günstiger bunter Spielsand wird häufig nicht aus reinem Quarzsand hergestellt, sondern aus gemahlenem Kalkstein. Wenn die dafür genutzten Steinbrüche in China natürliche Asbestadern aufweisen, wird das giftige Material unwissentlich mitgeliefert und landet im Spielzeug.

Studien zeigen, dass die extrem leichten Asbestfasern beim Umfüllen, Kneten oder Basteln direkt in die Atemluft aufgewirbelt werden. Atmen Kinder diese winzigen, nadelartigen Fasern ein, kann der Körper sie nicht mehr abbauen. Sie verbleiben im Gewebe und können selbst Jahrzehnte später schwere Lungenschäden oder unheilbare Tumore auslösen. Besonders hoch ist die Trefferquote bei Produkten von Plattformen wie Temu oder Amazon, aber auch bei Schnäppchenware von Discountern wie Action, Woolworth oder Aldi Süd. Der originale, feuchte Kinetic Sand von Spin Master wird aus Quarzsand in Schweden hergestellt und gilt nach offiziellen Tests als asbestfrei und absolut sicher.

(Quellen: Stiftung Warentest, BAuA)