
Die hohen Strompreise setzen die deutsche Industrie weiter unter Druck. Experten sagen noch schlimmere Szenarien für die Zukunft Deutschlands voraus, wenn sich politisch nicht schnellstmöglich etwas ändert.
Die düsteren Prognosen der Wirtschaftsexperten entwickeln sich für viele traditionsreiche Betriebe zunehmend zu einem realen Albtraum. Auf den Chefetagen wächst die nackte Existenzangst, da die laufenden Kosten die Gewinne regelrecht auffressen.
Ein hoher Kostenfaktor: Unternehmen kämpfen um ihre Existenz
Auch in diesem Jahr haben bereits wieder Tausende Unternehmen Insolvenz angemeldet und damit gezeigt, dass sich die Lage im Jahr 2026 bislang immer noch nicht gebessert hat. Im Gegenteil: Glaubt man den Vorhersagen von Wirtschaftsexperten, sollen die Folgen noch weitreichender sein, wenn sich die Politik nicht bald so einiges einfallen lässt.
Einer der meistgenannten Gründe für die Pleitewelle sind die hohen Stromkosten in Deutschland, die gerade mittelständische und kleine Unternehmen massiv unter Druck setzen. Zwar hat Bundeskanzler Merz einen Industriestrompreis festgelegt. Doch viele Betriebe sehen diesen als reine Farce an. Und das aus gutem Grund.
Weiterhin unter Druck: Hohe Strompreise zwingen deutsche Industrie in die Knie
Laut Expertenmeinung muss man sich nicht wundern, wenn die Unternehmen ins Ausland abwandern oder Kooperationen mit im Ausland ansässigen Betrieben schließen, um die hohen Stromkosten zu umgehen. Im Vergleich zu anderen Ländern ist der Strompreis in Deutschland deutlich höher. Die CO₂-Besteuerung setzt dann noch einmal einen zusätzlichen Anteil obenauf. Wenn die Unternehmen durch die Energie- und Klimapolitik in Deutschland die Aufträge ins Ausland geben, sei dies eine Katastrophe für die Umwelt, da in anderen Ländern die Vorschriften weitaus flexibler seien, so Fachleute. Doch das ist nicht das einzige Problem.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat zwar einen Industriestrompreis festgelegt, dieser kommt jedoch bei den meisten Betrieben gar nicht an, heißt es. Zum einen würden andere Kosten wie die Netzentgelte die Kostenersparnis wieder aufbrauchen. Auf der anderen Seite seien über 50 Prozent der betroffenen Unternehmen gar nicht berechtigt, diesen Strompreis anzunehmen. Diejenigen, die die Kosten erstattet bekämen, würden nur einen kleinen Bruchteil wiederbekommen. Laut Fachleuten muss sich die Politik dringend etwas einfallen lassen, damit nicht weitere schwerwiegende Folgen die deutsche Industrie ins Wanken geraten lassen. Was durch falsche Politik einmal weg sei, käme nicht mehr zurück, sind sich Experten sicher.
(Quellen: Handelsblatt, Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














