
Sie sollten die Revolution in der Lebensmittelbranche werden. Doch die Kunden wollen einfach keine Insekten essen. Nun ziehen Supermärkte und Discounter die Konsequenzen, denn die Umsätze lassen zu wünschen übrig.
Supermärkte und Discounter haben mit den Lebensmitteln einfach nicht genug Umsatz gemacht, sodass sie sich nun von den Produkten verabschiedet haben. Die Kunden wollen einfach keine Insekten essen.
Revolution in der Lebensmittelbranche: viele Chancen mit hoher Nachhaltigkeit
Als die Europäische Union ab 2018 die ersten Insekten als neuartige Lebensmittel zuließ, löste dies einen regelrechten Hype aus. Zum einen schneidet im Vergleich zur traditionellen Nutztierhaltung die Insektenzucht in puncto Nachhaltigkeit extrem gut ab. Insekten können in vertikalen Farmen platzsparend übereinander gezüchtet werden. Sie verbrauchen im Vergleich zu Rindern nur einen Bruchteil des Wassers und der Landfläche. Außerdem entstehen bei der Zucht bis zu 20-mal weniger Treibhausgase als bei der Produktion der gleichen Menge Rindfleisch.
Insekten punkten zusätzlich mit einem extrem hochwertigen Nährstoffprofil. Insektenmehl besteht je nach Art zu über 60 % aus reinem Eiweiß und enthält alle für den Menschen essenziellen Aminosäuren. Sie liefern außerdem gesunde, ungesättigte Fettsäuren sowie wichtige Vitamine und Mineralstoffe, darunter Vitamin B12, Zink und Eisen. Gerade, wer Molkenproteine nicht verträgt, findet hier eine zumindest gleichwertige Alternative.
Kunden wollen keine Insekten essen: „Zu wenig Umsätze“
Dass Insekten trotz ihrer ökologischen Vorteile in westlichen Ländern kaum gekauft werden, liegt vor allem an tief sitzenden psychologischen, kulturellen und geschmacklichen Barrieren. Obwohl die Europäische Union mehrere Insektenarten als Lebensmittel zugelassen hat, bleibt die Ablehnung in der Bevölkerung hoch. Ekel ist ein starker Schutzmechanismus des Menschen. In der westlichen Kultur wurden Insekten über Jahrhunderte hinweg nicht als Nahrung, sondern als Schädlinge, Krankheitsüberträger oder Zeichen von Unhygiene wahrgenommen.
Ernährung ist stark von Traditionen geprägt. Während in Teilen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas Insekten seit Generationen zum Alltag gehören, fehlt im Westen schlicht die kulinarische Tradition. Es gibt keine klassischen Familienrezepte mit Grillen oder Mehlwürmern, und Insekten werden nicht mit Genuss oder Gemütlichkeit assoziiert. Vegetarier und Veganer lehnen Insekten ab, weil es sich dabei biologisch um Tiere handelt und für deren Produktion Lebewesen sterben. Aufgrund der fehlenden Akzeptanz bleiben die Umsätze aus, weshalb nun die meisten Supermärkte keine solchen Produkte mehr führen.
(Quellen: EU-Kommission, BZfE)














