
Nicht nur Energie und Mieten wurden in den letzten Jahren teurer, sondern auch Konsumgüter. Selbst Naschkram ist davon betroffen. So steht eine Kult-Süßigkeit nun womöglich vor einem XXL-Preissprung.
Entscheidungen auf dem Finanzmarkt und in großen Unternehmen haben immer wieder Konsequenzen für Verbraucher. Nun könnte eine Kult-Süßigkeit aufgrund neuester Entwicklungen einen XXL-Preissprung erleben, was Fans und Kunden dieser Marke fast schon zu Hamsterkäufen animiert.
Wenn Snack-Giganten aufeinandertreffen und Verbraucher leiden
Der geplante Zusammenschluss von Mars und Kellanova zählt zu den größten Fusionen der Lebensmittelbranche. Während die US-Behörden das Geschäft bereits genehmigt haben, läuft in Europa eine detaillierte Untersuchung durch die Europäische Kommission. Anlass sind erhebliche Bedenken: Durch die Vereinigung bekannter Marken wie M&M’s, Snickers, Pringles und Kellogg’s könnten Mars und Kellanova eine marktbeherrschende Stellung erlangen – mit weitreichenden Folgen. Die Sorge vieler Händler: Ihre Verhandlungsposition mit Mars würde sich deutlich verschlechtern.
Doch es gibt einen weiteren Aspekt, der bislang wenig Aufmerksamkeit bekam: Die Übernahme könnte kleineren Wettbewerbern im Snack- und Frühstückssegment das Leben schwermachen. Neue, innovative Marken hätten kaum eine Chance gegen ein Imperium aus Platzhirschen – das könnte Vielfalt und Wettbewerb einschränken. Für die Verbraucher bedeutet das: Der Preis für den Einkaufskorb könnte bald spürbar steigen – und nicht nur bei Süßigkeiten.
Wenn Macht wächst – und Preise steigen könnten
Bei der EU-Prüfung geht es längst nicht nur um Markenvielfalt: Die Kommission befürchtet, dass Mars nach der Fusion eine so starke Verhandlungsposition bekommt, dass Einzelhändler kaum noch gegen Preiserhöhungen ankommen. Allein durch die Bündelung von beliebten Marken könnte Mars Lieferbedingungen diktieren – und das könnte die Verbraucher teuer zu stehen kommen. Konkret prüft die Kommission, ob Mars bestimmte Marken oder Geschäftsbereiche abstoßen muss, um den Wettbewerb zu sichern. Mögliche Kandidaten hierfür sind Teile der Snack- und Frühstücksmarken von Kellanova.
Das Prüfungsverfahren wurde im Juli wegen fehlender Unterlagen zeitweise unterbrochen. Die EU-Kommission hat ihre Wettbewerbskontrolle über die geplante Übernahme von Kellanova durch Mars im Wert von 35,9 Milliarden Dollar nun jedoch wieder aufgenommen. Bis zum 19. Dezember 2025 soll eine endgültige Entscheidung fallen. Obwohl die Fusion in den USA bereits grünes Licht erhalten hat, bleibt sie in Europa weiterhin unter genauer Beobachtung.
(Quellen: Handelsblatt, deutsche Börse, dpa)














