Kunden stinksauer: Immer mehr Discounter setzen auf SB-Kassen

Eine ältere Dame steht an einer SB-Kasse. Ein Mann hilft ihr dabei, die Kasse zu bedienen und die Einkäufe korrekt zu scannen. Neben der Kasse liegen verschiedene Kaugummis, die Kunden kaufen können.
Symbolbild © istockphoto/SolStock

Supermärkte und Discounter setzen zunehmend auf SB-Kassen. Der Anteil ist deutlich gestiegen. Obwohl die modernen Self-Checkouts viele Vorteile haben, sind nicht alle Kunden einverstanden. Sie sind besorgt, aber auch verärgert. 

Sie stehen in zahlreichen Märkten. Für viele Händler geht es nicht mehr ohne SB-Kassen. Doch nicht alle Kunden zeigen sich begeistert.

Discounter setzen auf SB-Kassen ‒ nicht alle Kunden sind einverstanden

Schätzungen besagen, dass Verbraucher sich im Schnitt fast sieben Minuten in der Schlange gedulden müssen, bevor sie an der Supermarktkasse bedient werden. SB-Kassen ersparen vielen Kunden das nervige Warten. Immer mehr Händler setzten heute das moderne Checkout-System ein. Unter anderem setzt Lidl neuerdings auf ein KI-System, das Obst und Gemüse schneller erkennen soll. Das Kassensystem beim Discounter wird nach und nach ausgebaut.

Fast 39.000 SB-Kassen gibt es derzeit im deutschen Handel. Viele davon stehen in Supermärkten. Während ein Teil der Verbraucher sie gerne nutzt, stellt sich der andere lieber ganz traditionell in der Warteschlange bei den normalen Kassen an. Trotz ihrer Abneigung zeigt sich: Hätten Kunden die Chance, Einkäufe auch sonntags zu erledigen, wenn ein Geschäft nur mit SB-Kassen öffnet, würden das über 50 Prozent der Deutschen tun. Das geht aus einer YouGov-Befragung hervor. Dennoch regen sich einige Supermarktkunden auf, weil sie unter anderem befürchten, dass die Self-Checkout-Systeme den Mitarbeitern ihre Jobs „wegnehmen“ könnten.

Lesen Sie auch
Heizungshammer: Neue Regel kommt 2026 für Millionen Bürger

Lebensmittelhändler sind auf die modernen Kassen angewiesen 

Wie das EHI Retail Institute erklärt, sind viele Händler heute auf SB-Kassen auch wegen der fehlenden Fachkräfte angewiesen. Die modernen Bezahlstationen schaffen Abhilfe und sind somit eine praktische technische Lösung. Dass Menschen dadurch ihre Arbeitsplätze verlieren könnten, ist angesichts des Personaldefizits derzeit kaum zu befürchten. Vielmehr verlagert sich häufig der Arbeitsbereich der Mitarbeiter, der sich durch die Hilfe nicht mehr ausschließlich auf Kassiertätigkeiten beschränkt.

Technische Probleme und Hürden für ältere oder eingeschränkte Personen sind ebenfalls gängige Kritikpunkte. Wer ein Produkt nicht scannt und dennoch mitnimmt, könnte sich des Diebstahls schuldig machen. Zumeist zeigen sich Händler in solchen Fällen kulant. Kunden, die Ware an den SB-Kassen mit Absicht entwenden, gibt es auch. Ihnen droht eine Anzeige und eine Strafe. Um Betrüger zu entlarven, kommen mittlerweile jedoch immer mehr neue KI-gestützte Systeme zum Einsatz.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)