
Das deutsche Pfandsystem gehört zum Alltag. Doch nicht überall können Verbraucher leere Getränkeflaschen und Dosen zurückbringen. Für Händler kann das System finanziell interessant werden, denn Kunden verschenken oft ihr Pfand.
In Deutschland gehört das Pfandsystem für viele Menschen zum täglichen Einkauf. Wer bestimmte Getränke in Pfandflaschen oder -dosen kauft, bezahlt zunächst einen zusätzlichen Betrag und erhält diesen bei der Rückgabe wieder zurück. Dafür stehen Verbrauchern zahlreiche Rückgabemöglichkeiten zur Verfügung.
Einfache Rückgabe stärkt das deutsche Pfandsystem
Ein entscheidender Vorteil des deutschen Pfandsystems liegt für Verbraucher im unkomplizierten Zugang. Leere Getränkeflaschen und Dosen lassen sich an vielen Orten direkt dort zurückgeben, wo Menschen auch ihre Einkäufe erledigen. Supermärkte und Discounter stellen dafür Pfandautomaten bereit, sodass keine langen Wege nötig sind. Das erleichtert die Rückgabe und trägt dazu bei, dass ein großer Teil der Verpackungen wieder eingesammelt wird. Im Vergleich zu anderen Ländern erreicht Deutschland eine besonders hohe Rücklaufquote.
Kunden verschenken ihr Pfand – Supermärkte profitieren
Nicht jede Pfandverpackung erreicht am Ende den Rückgabeautomaten. Genau daraus entsteht ein finanzieller Effekt, der in der Branche als Pfandschlupf bezeichnet wird. Der Verbraucher erhält in solchen Fällen den zuvor gezahlten Betrag nicht wieder. Stattdessen bleibt das Geld beim Händler oder beim Betreiber des Pfandsystems. Dazu kann es kommen, wenn Menschen ihre Flaschen oder Dosen nicht zurückbringen. Auch Probleme bei der Rückgabe können dazu beitragen: Nimmt ein Automat eine Verpackung nicht an, landet sie unter Umständen im Abfall.
Wie groß diese Einnahmen aus nicht eingelöstem Pfand insgesamt sind, lässt sich nur schätzen. Eine Untersuchung des Naturschutzbundes Deutschland liefert jedoch eine Größenordnung: Für die Jahre 2003 bis 2015 errechnete der Verband einen Pfandschlupf von mehr als 3,5 Milliarden Euro. Für Verbraucher geht es dabei meist nur um einen kleinen Betrag pro Flasche oder Dose. Addieren sich diese Beträge jedoch über Millionen von Rückgabevorgängen, entsteht daraus eine erhebliche Gesamtsumme, die nicht an die Kunden zurückfließt.
(Quellen: VZHH, UBA, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














