
Sonnencreme soll die Haut vor gefährlicher UV-Strahlung schützen. Gerade im Sommer greifen Millionen Menschen täglich zu den Produkten – oft mehrfach am Tag. Doch ausgerechnet ein aktueller Labor-Test sorgt jetzt für massive Verunsicherung bei Verbrauchern. Denn in einer untersuchten Sonnencreme wurde ein Stoff entdeckt, der in der Europäischen Union sogar als „besonders besorgniserregend“ eingestuft wird.
Das NDR-Verbrauchermagazin „Markt“ ließ fünf Sonnencremes mit dem UV-Filter DHHB in einem Labor untersuchen. DHHB steht für „Diethylamino Hydroxybenzoyl Hexyl Benzoate“ und wird in vielen modernen Sonnencremes eingesetzt, um vor UVA-Strahlung zu schützen. Der Filter selbst gilt grundsätzlich als zugelassen. Doch bei den Untersuchungen stießen die Experten offenbar auf ein anderes Problem.
Verbrauchermagazin deckt auf: Gefährliche Inhaltsstoffe in Sonnencreme
In einem der getesteten Produkte wurde der Weichmacher Di-n-hexyl-Phthalat – kurz DnHexP – nachgewiesen. Dieser Stoff gilt laut EU-Chemikalienbewertung als besonders problematisch. Hintergrund sind Hinweise darauf, dass bestimmte Phthalate hormonell wirken und möglicherweise Auswirkungen auf die Fortpflanzung oder die Gesundheit haben könnten. Genau deshalb steht der Stoff auf der sogenannten Kandidatenliste besonders besorgniserregender Substanzen der Europäischen Union.
Besonders kritisch sehen Experten dabei, dass Sonnencreme direkt auf die Haut aufgetragen wird – oft großflächig und regelmäßig. Verbraucher gehen schließlich davon aus, dass die Produkte streng kontrolliert und gesundheitlich unbedenklich sind. Dass ein Labor ausgerechnet einen problematischen Weichmacher gefunden hat, sorgt deshalb für Diskussionen.
Augen auf bei der Pflege: Weichmacher tauchen in Sonnencreme auf
Wie der Stoff genau in die Sonnencreme gelangte, ist bislang nicht abschließend geklärt. Experten vermuten, dass Verunreinigungen bei der Herstellung oder bestimmte Rohstoffe eine Rolle spielen könnten. Auch Verpackungen oder Produktionsprozesse stehen immer wieder im Verdacht, unerwünschte Stoffe in Kosmetikprodukte einzubringen. Der Fall zeigt erneut, wie sensibel das Thema Inhaltsstoffe bei Kosmetik und Pflegeprodukten inzwischen geworden ist. Verbraucher achten zunehmend darauf, welche Stoffe in Cremes, Shampoos oder Make-up enthalten sind. Gerade bei Produkten, die täglich verwendet werden, wächst die Sorge vor langfristigen Auswirkungen bestimmter Chemikalien.
Wichtig ist allerdings auch: Verbraucher sollten jetzt nicht komplett auf Sonnenschutz verzichten. Dermatologen warnen weiterhin eindringlich davor, ungeschützt in die Sonne zu gehen. UV-Strahlung gilt als einer der größten Risikofaktoren für Hautkrebs und vorzeitige Hautalterung. Entscheidend sei vielmehr, auf geprüfte Produkte zu achten und aktuelle Verbraucherinformationen ernst zu nehmen.
(Quellen: NDR-Verbrauchermagazin „Markt“, EU-Chemikalienagentur ECHA, Laboruntersuchungen zu Sonnencremes mit UV-Filter DHHB)














