
Vegetarische und vegane Ernährung ist in Deutschland richtig beliebt und verbreitet. Doch auf ein beliebtes Trend-Produkt in den Supermärkten müssen Verbraucher wohl nun vorerst verzichten. Denn in den Regalen herrscht überraschende Leere.
Fleischfreie, vegane Ernährung gewann in den vergangenen Jahren an Beliebtheit und neuen Anhängern. Indessen müssen aber viele feststellen: In den Supermärkten fehlt plötzlich das liebste Trend-Produkt.
Zwischen leeren Regalen und neuem Essverhalten
Wer aktuell durch die Kühlabteilungen vieler Supermärkte läuft, entdeckt schnell auffällige Lücken. Besonders dort, wo sonst Räuchertofu, marinierte Würfel oder vegane Fleischalternativen liegen, bleibt oft nur noch das Preisschild zurück. Der Andrang auf Soja-Produkte wächst seit Monaten spürbar – und trifft Hersteller sowie Händler offenbar stärker als erwartet. Interessant ist dabei, wie stark sich das Einkaufsverhalten verändert hat. Tofu landet längst nicht mehr nur bei Veganern im Korb. Viele Menschen möchten ihren Fleischkonsum reduzieren, achten stärker auf Eiweiß oder suchen nach schnellen Gerichten für den Alltag. Vor allem junge Verbraucher greifen häufiger zu pflanzlichen Produkten.
Hinzu kommt ein weiterer Effekt: Tofu gilt mittlerweile als günstige Proteinquelle. Während Fleischpreise zuletzt deutlich gestiegen sind, bleibt Tofu in vielen Fällen preiswerter. Ernährungsexperten weisen außerdem darauf hin, dass Soja-Produkte viele wichtige Mineralstoffe liefern können – darunter Eisen, Magnesium und Kalzium. Laut Verbraucherzentralen kommt es allerdings stark auf die Verarbeitung und Würzung an. Auch im Handel verändert sich vieles. Selbst Discounter und Drogerien bauen ihre veganen Sortimente massiv aus. Branchenbeobachter sehen darin einen langfristigen Wandel.
Engpass bei Edeka und Rewe spitzt sich zu
Jetzt zeigt sich das eigentliche Ausmaß des Trends: Hersteller kommen mit der Produktion kaum noch hinterher. Unternehmen wie Taifun melden bereits seit Monaten Schwierigkeiten bei der Liefermenge. Fehlendes Fachpersonal, begrenzte Produktionsanlagen und die stark gestiegene Nachfrage bremsen die Versorgung zusätzlich aus. Besonders betroffen sind beliebte Fertigvarianten mit Gewürzen oder Gemüse.
Nach aktuellen Umfragen haben inzwischen mehr als 40 Prozent der Deutschen schon einmal Soja-Produkte ausprobiert. Der Markt wächst rasant – schneller, als viele Produzenten ihre Kapazitäten ausbauen können. Einige Sorten verschwinden deshalb oft kurz nach dem Einräumen wieder aus den Regalen. Besonders abends oder vor Wochenenden wird es schwierig. Für Verbraucher gibt es aber kleine Tricks: Morgens direkt nach der Warenlieferung sind die Chancen auf frische Ware oft am größten. Außerdem lohnt sich ein Blick auf kleinere Bio-Marken oder asiatische Supermärkte, die häufig stabilere Vorräte haben.
(Quellen: Edeka, Rewe, Lebensmittelhersteller, dpa)














