Mangel bei Rewe: Streit mit Hersteller sorgt wieder für leere Regale

Leere Regale in einer Supermarkt-Filiale von Edeka. Kein Artikel ist mehr vorhanden. Die Ware ist ausverkauft und die Produkte sind nicht aufgefüllt worden.
Symbolbild © imago/Jürgen Held

Verbraucher erleben im Supermarkt immer wieder, dass vertraute Produkte plötzlich fehlen. Beliebte Lebensmittel verschwinden zeitweise aus den Regalen oder lassen sich nur eingeschränkt kaufen. Jetzt drohen wohl auch bei Rewe leere Regale.

Die Lücken wirken auf den ersten Blick zufällig, treten jedoch branchenweit auf. Der Lebensmitteleinzelhandel steht unter hohem wirtschaftlichem Druck, während Hersteller ihre Kosten neu kalkulieren. Treffen unterschiedliche Interessen aufeinander, kann das direkte Folgen für das Sortiment haben.

Preiskonflikte bestimmen, was im Regal bleibt

Für Kunden zeigt sich der Konflikt meist erst im Markt – dort, wo ein gewohntes Produkt auf einmal nicht mehr verfügbar ist oder durch Alternativen ersetzt wird. Die Gründe für solche Engpässe liegen häufig in Verhandlungen zwischen Handel und Industrie. Händler und Markenhersteller legen jährlich Preise, Liefermengen und Konditionen neu fest. Steigende Produktionskosten, höhere Rohstoffpreise oder wachsende Logistikkosten beeinflussen diese Verhandlungen. Fordert ein Hersteller höhere Abnahmepreise, prüfen Handelsketten, ob sie diese akzeptieren oder ablehnen. Kommt keine Einigung zustande, nehmen Händler Produkte zeitweise aus dem Sortiment oder reduzieren Bestellungen.

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Preisdruck verändert das Sortiment im Supermarkt

Leere Regale lösen bei Kunden unterschiedliche Reaktionen aus. Einige reagieren mit Unverständnis oder Ärger, andere weichen auf Ersatzprodukte aus oder wechseln den Händler. Besonders bei bekannten Marken fällt das Fehlen stärker auf, da viele Verbraucher gezielt danach greifen. Wiederholte Lieferausfälle können das Vertrauen in Händler oder Hersteller beeinträchtigen. Gleichzeitig wächst die Sensibilität für Preisentwicklungen, da Kunden Engpässe oft mit steigenden Kosten verbinden. Für den Handel entsteht damit ein Spannungsfeld zwischen wirtschaftlicher Kalkulation und Kundenzufriedenheit.

Aktuell zeigt sich dieses Problem auch bei Rewe. In einzelnen Märkten fehlen zeitweise Produkte des Herstellers Kühne. Nach Informationen aus Branchenkreisen erzielten beide Seiten in ihren jährlichen Verhandlungen keine Einigung über neue Konditionen. Rewe erklärt, Kühne habe höhere Preise gefordert, die der Handelskonzern nicht akzeptieren wolle. Trotz mehrerer Gesprächsrunden blieb eine Einigung wohl aus. In der Folge nahm Rewe die betroffenen Produkte teilweise aus dem Sortiment.

(Quellen: Rewe, Kühne, Pressemitteilungen, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)