
Große Marken verlieren nach einer aktuellen Auswertung immer mehr Kunden, denn diese greifen lieber zum Billigprodukt. Dafür sorgen unter anderem die stetig steigenden Preise. Genau diese entscheiden, was am Ende im Einkaufswagen landet.
Die Ergebnisse sind eindeutig: Marken verlieren ihre Kunden, während die Deutschen immer öfter zum Billigprodukt greifen. Zwar konnten sich die Umsätze stabil halten, allerdings nur aufgrund der gestiegenen Preise.
Markenprodukte legen preislich zu: Kunden achten lieber aufs Geld
Dass Markenprodukte zunehmend Kunden verlieren, ist eine der prägendsten Entwicklungen im Einzelhandel. Getrieben durch die wirtschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahre erleben Eigenmarken wie Ja!, Gut & Günstig oder Balea einen historischen Boom. Handelsmarken erreichen im deutschen Supermarkt bereits einen Umsatz-Marktanteil von knapp 47 Prozent.
Aufgrund der wirtschaftlichen Lage fühlen sich viele Verbraucher inzwischen unsicher. Sie wissen nicht, was die Zukunft bringt, und halten ihr Geld lieber zusammen. Jobs sind nicht mehr so sicher, wie sie einmal waren. Wer Sozialleistungen beziehen muss, hat noch weniger Geld zur Verfügung. Das merken nun auch die großen Marken, die ihre Preise ebenfalls anzogen.
Man greift lieber zum Billigprodukt: Deshalb verlieren Marken ihre Kunden
Laut repräsentativen Erhebungen empfinden 57 Prozent der Verbraucher Markenprodukte inzwischen als überteuert ohne spürbaren Vorteil. Fast 40 Prozent der Befragten sprechen beim massiven Preisaufschlag im Vergleich zur Handelsmarke sogar von reiner Geldmacherei. Die Akzeptanz für ein hohes Preispremium ist drastisch eingebrochen. Viele große Konsumgüterkonzerne haben Krisen und gestiegene Rohstoffkosten für deutliche Preiserhöhungen genutzt. Wenn parallel dazu die Füllmengen schrumpfen, reagieren Kunden extrem sensibel. Verbraucher durchschauen diese Praktiken zunehmend und strafen die Marken ab.
Der qualitative Abstand schrumpft rasant. Konsumenten stellen im Alltag fest, dass billigere Alternativen geschmacklich oder funktionell oft genauso gut abschneiden. Ein offenes Geheimnis verstärkt dies. Viele bekannte Markenhersteller produzieren in ihren Werken parallel die vermeintlich billigen Eigenmarken der Discounter. Weil zudem Absatzkrise und sinkende Margen die Konzerne unter Druck setzen, sparen viele Markenhersteller ausgerechnet an Forschung, Entwicklung und Marketing. Die Folge ist eine gefühlte Gleichmacherei im Supermarktregal. Echte, revolutionäre Produktinnovationen bleiben aus, weshalb Kunden erst recht keinen Grund mehr sehen, den Aufpreis für den Markennamen zu zahlen.
(Quellen: YouGov, dpa)














