Mehrere Traditionsbäckereien insolvent – Fast 50 Filialen betroffen

Eine Theke in einer Bäckerei. Frische Brötchen und Laugenstangen sowie Brezeln sind für Kunden ausgelegt. Im Hintergrund ist eine Person mit einem weißen Oberteil erkennbar.
Symbolbild © imago/Rolf Poss

Gleich mehrere Traditionsbäckereien sind insolvent, womit fast 50 Filialen direkt betroffen sind. Dies zeigt einmal mehr die katastrophale Lage, in der sich das Bäckerhandwerk gerade befindet. Und noch gibt es keine Hinweise auf eine Entspannung.

Das handwerkliche Gewerbe in der Bundesrepublik durchläuft gegenwärtig eine der schwersten Krisen der vergangenen Jahrzehnte. Steigende Kosten für Energie und Rohstoffe zwingen etablierte Betriebe reihenweise in die Knie und gefährden unzählige Arbeitsplätze.

„Auf einen Schlag“: Traditionsbäckereien müssen Insolvenz anmelden

Und wieder trifft es Traditionsbetriebe, die schon seit Jahrhunderten existieren und von einer Generation in die nächste weitergegeben werden. Sie profitieren von einer treuen Stammkundschaft, die wiederum die gute Qualität und hohe Handwerkskunst lobt. Auch wenn die Betriebe eng mit ihrer Region und den Menschen verbunden sind und jeden Tag ihr Bestes geben, garantiert dies kein Überleben, wie nun diese beiden Beispiele zeigen. Denn die Gründe sind immer dieselben. Solange sich an den politischen Rahmenbedingungen nichts ändert, so die allgemeine Meinung, wird sich auch an der katastrophalen Lage nichts ändern. Auch wenn viele Bäckereien kämpfen.

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An den Amtsgerichten geht es derzeit Schlag auf Schlag. Am 2. Juni eröffnet das Amtsgericht Bingen das vorläufige Insolvenzverfahren über die Brotkunst GmbH. Zu dieser gehört auch die Bio-Bäckerei Stamm. Die Bäckerei existiert bereits seit mehr als 120 Jahren und betreibt vier Standorte in Bingen. Im Gesinger Gewerbegebiet ist die Filiale inzwischen geschlossen, wie man auf einem Aushang in der Tür lesen kann.

Am 4. Juni eröffnet das Amtsgericht Mühlhausen das vorläufige Insolvenzverfahren über die Bäcker Lampe GmbH & Co. KG aus dem thüringischen Roßleben-Wiehe. Die Insolvenz findet jedoch in Eigenverwaltung statt. Lediglich ein Insolvenzberater steht der Bäckereikette zur Verfügung. Man wolle die Chance nutzen und sich neu orientieren und strukturieren, heißt es. Die Bäckereikette betreibt insgesamt 44 Filialen in den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Insgesamt sind rund 280 Mitarbeiter von der Insolvenz betroffen. Bei Lampe bleiben jedoch alle Filialen geöffnet und der Betrieb geht wie gewohnt weiter. Über das Insolvenzgeld sind die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter zumindest für die nächsten drei Monate gesichert.

(Quellen: MDR, dpa, Allgemeine Zeitung, Insolvenzbekanntmachungen)