Mehrwertsteuer sinkt: Gastronomen heben Preise für Fleisch an

Vor einem Lokal, einem Restaurant oder Imbiss steht ein schwarzes Schild mit dem Aufdruck "7 Prozent MwSt", was auf 7 Prozent Mehrwertsteuer verweist. Hinter dem Schild sind mehrere Tische zu sehen, auf denen rote Decken platziert sind.
Symbolbild © imago/Bihlmayerfotografie

Restaurantbesuche sind in Deutschland teuer geworden, und viele können sich feines Dinieren nur noch zu besonderen Anlässen leisten. Und obwohl die Mehrwertsteuer nun scheinbar sinkt, heben die Gastronomen ihre Preise trotzdem an – auch für Fleisch.

Ab 2026 fällt die Mehrwertsteuer auf Restaurantessen nun tatsächlich deutlich. Viele Gäste müssen aber trotzdem weiter tief in die Tasche greifen. Denn trotz gesunkener Mehrwertsteuer heben die Gastronomen mancherorts ihre Preise dennoch an und senken diese nicht.

Zwischen Hoffnung und harter Realität in der Gastronomie

Ab dem 1. Januar 2026 gilt in Deutschland wieder ein deutlich niedrigerer Mehrwertsteuersatz für Speisen, der von 19 Prozent auf sieben Prozent reduziert wird. Diese dauerhafte steuerliche Entlastung war lange umstritten und gilt als ein zentrales Signal der Politik, um die angeschlagene Branche zu stützen. Die Maßnahme soll Gastronomen Luft verschaffen und für mehr Stabilität im Preisgefüge sorgen.

Für viele Restaurants ist diese Veränderung wichtig, weil sie mit zahlreichen wirtschaftlichen Herausforderungen kämpfen. Die Umsatzentwicklung in der Gastronomie liegt noch hinter dem Vor-Corona-Niveau, und im ersten Halbjahr 2025 sank der reale Umsatz im Gastgewerbe im Vergleich zum Vorjahr um mehrere Prozentpunkte. Dieses Minus zeigt, wie sehr die Branche von rückläufigen Besucherzahlen und nachlassender Nachfrage betroffen ist.

Zudem steigen die Kosten in nahezu allen Bereichen. Personalvertretungen und Verbände weisen darauf hin, dass Arbeitskosten, Nahrungsmittelpreise und Energie im letzten Jahr kräftig zugenommen haben. Gerade für inhabergeführte Restaurants bedeutet das, dass sie bei knappen Margen kaum Spielraum haben, um auf Steuererleichterungen mit Preisnachlässen zu reagieren. Trotz der steuerlichen Verbesserungen planen viele Betriebe, die Preise vorerst stabil zu halten. Die Senkung gilt rechtlich zwar für die Mehrwertsteuer, verpflichtet die Gastronomen jedoch nicht, diese Ersparnis vollständig oder überhaupt an die Gäste weiterzugeben.

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Mehrwertsteuer wird gesenkt – aber Preise bleiben hoch, vor allem für ein Produkt

Gerade bei Fleischgerichten zeigt sich, warum Gäste trotz Steuersenkung tiefer in die Tasche greifen könnten. Der Wareneinsatz ist hier besonders hoch, während die Gewinnmargen ohnehin gering sind. Sinkt die Steuer, nutzen viele Betriebe das Geld zunächst, um gestiegene Kosten auszugleichen. Ein weiterer Faktor ist das veränderte Angebot. Viele Restaurants setzen verstärkt auf Qualität statt Quantität. Hochwertigeres Fleisch, regionale Herkunft und bessere Haltungsbedingungen treiben den Einkaufspreis nach oben. Diese Mehrkosten lassen sich kaum dauerhaft kompensieren.

Für Gäste bedeutet das: Fleischgerichte könnten teurer werden, während andere Speisen stabil bleiben. Einige Betriebe planen, vegetarische oder einfache Gerichte günstiger zu halten, um weiterhin ein ausgewogenes Angebot zu bieten. Fleisch wird damit stärker zum bewussten Genuss. Unterm Strich zeigt sich eine klare Entwicklung: Die sinkende Mehrwertsteuer hilft der Branche zu überleben, verändert aber die Preisschilder nicht automatisch nach unten.

(Quellen: Eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)