
Nach nur vier Jahren wirft ein Metzger alles hin. Fehlende Kundschaft sei nicht das Problem gewesen, sondern die Arbeitsmoral seiner Mitarbeiter. Ihm blieb nichts anderes übrig, als seinen Laden zu schließen.
Dass es insbesondere in Handwerksberufen an gut ausgebildetem und motiviertem Nachwuchs fehlt, ist schon lange bekannt. Diese bittere Pille musste kürzlich erst ein Metzger schlucken und seinen Laden dicht machen.
Traum von der eigenen Metzgerei geplatzt
Erst 2022 hat Rafael Kehl die Metzgerei im schweizerischen Volketswil von seinem Vorgänger übernommen. Bevor er sein damaliges Wagnis startete, arbeitete der 37-jährige Metzger viele Jahre als Angestellter. Mit dem eigenen Laden sollte ein Traum in Erfüllung gehen. Schließlich mauserte sich das Vorhaben jedoch zum Albtraum. Grund dafür sei nicht etwa fehlende Kundschaft – diese sei stets reichlich vorhanden gewesen. Immer wieder habe Kehl Ärger mit seinen Mitarbeitern gehabt und sei deshalb ständig auf der Suche nach neuer, tatkräftiger Unterstützung gewesen.
Dabei habe er nur die besten Absichten gehabt: einen sicheren Arbeitsplatz und ein gutes Arbeitsklima. Gedankt wurde es Kehl scheinbar mit Forderungen nach kürzeren Arbeitszeiten, Fernbleiben von der Arbeit und sogar Diebstahl. Ein Angestellter nach dem anderen habe die Kündigung erhalten oder selbst den Dienst quittiert. Dabei habe es sich vor allem um junge Menschen gehandelt. Diese argumentieren häufig mit einer besseren Work-Life-Balance, nach Kehls Ansicht spricht aus vielen jedoch eher Faulheit. Nach Kehls Meinung wollen die meisten für volles Gehalt jedoch nur noch 80 Prozent arbeiten.
Metzger frustriert: Ohne Mitarbeiter kein Laden
Nach den negativen Erfahrungen mit der sogenannten Generation Z, versuchte Kehl sein Glück, indem er nur noch nach Fachkräften über 40 suchte. Doch auch hier machte sich schnell Enttäuschung breit. Nachlassende Arbeitsleistung und fehlende Konzentration hatten zahlreiche Kundenreklamationen zur Folge. Am Ende stand der Metzger also vollkommen allein hinter der Verkaufstheke, da auch hier Kündigungen erfolgten. Zu Beginn dieses Jahres sei der Metzger einem Burnout nahe gewesen, weshalb er entschied, im Mai die Reißleine zu ziehen. Zwischenzeitlich habe ihn seine Mutter an den Wochenenden unterstützt. Vorerst wolle Kehl wieder ins Angestelltenverhältnis gehen und sein Glück mit dem eigenen Laden vielleicht in ein paar Jahren noch einmal versuchen.
(Quellen: Nau.ch, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














