
Laut Experten droht den Verbrauchern hierzulande bald eine weitere Verteuerungsrunde. Demnach sollen Milch, Quark, Käse und weitere Milchprodukte ab dem nächsten Jahr wieder teurer werden.
Die Kosten für viele wichtige Lebensmittel im Supermarkt steigen unaufhaltsam an. Vor allem bei den täglichen Einkäufen müssen sich die Verbraucher auf spürbare Mehrbelastungen einstellen. Die Verhandlungen zwischen den Herstellern und den großen Handelsketten stehen bereits kurz vor dem Abschluss. Daher droht schon bald der nächste Preisschock an den Kassen.
Keine Knappheit: „Deutschland ist gut versorgt“
Die deutsche Milchwirtschaft verzeichnet in diesem Jahr bislang einen starken Rekordzuwachs bei der Erzeugung von Milch. Die angelieferte Menge liegt bei rund 16,78 Milliarden Kilogramm allein im ersten Halbjahr. Laut den aktuellen Erfassungen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung und des Milchbauernservice lag das Milchaufkommen im ersten Halbjahr um 6,3 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Der übliche saisonale Rückgang der Milchleistung fiel zu Jahresbeginn untypisch schwach aus, da die Betriebe durchgehend hohe Mengen an die Molkereien lieferten. Auch trotz kurzer sommerlicher Hitzephasen, die die Milchleistung im Juli kurzzeitig bremsten, fielen die Gesamtmengen im Jahresverlauf deutlich höher aus als in den Vorjahren.
Milch, Quark und Käse werden teurer: Darum droht eine weitere Verteuerung
Trotz der guten Versorgung müssen sich Verbraucher in den kommenden Monaten im Supermarkt auf steigende Preise für viele Milchprodukte einstellen. Da Butter historisch als Preistreiber und Richtwert für den restlichen Milchmarkt gilt, ziehen andere Frischeprodukte erfahrungsgemäß zeitnah nach. Aldi beispielsweise hat den Preis für die Eigenmarken-Butter bereits angehoben. Durch die sommerliche Hitze und die veränderte Fütterung der Kühe ist der Fett- und Rahmgehalt in der Rohmilch gesunken. Da fetthaltige Rohstoffe dadurch knapper und teurer werden, steigen die Produktionskosten für die Molkereien, was diese nun an den Handel weitergeben wollen.
Zudem erfreuen sich Produkte wie Quark, Skyr und High-Protein-Joghurts einer wachsenden Nachfrage. Da für diese Produkte besonders viel Eiweiß und Milchfeststoffe aus der Rohmilch gezogen werden, verknappen sich die Basis für andere Standardprodukte. Die Molkereien stehen aktuell in den Startlöchern für die neuen Preisverhandlungen mit den großen Supermarktketten. Da der weltweite Export ausgezeichnet läuft und auch Käse international stark gefragt ist, haben die Molkereien eine starke Verhandlungsposition. Sie wollen damit auch den Auszahlungspreis für die Milchbauern wieder anheben.
(Quellen: BLE, MIV)














