Millionen Bürger: Kreditkarte verschwindet wohl bald vom Markt

Eine Ledergeldbörse liegt geöffnet auf weißem Untergrund. Mehrere 50-Euro-Scheine gucken aus dem hinteren Fach heraus. In den Kartenfächern stecken verschiedene nicht erkennbare Karten.
Symbolbild © istockphoto/ © Viktor Kintop

Jeder hat beim Bezahlen seine Präferenzen. Für eine beliebte Kreditkartenmarke sieht es zurzeit nicht so gut aus. Was das für Kunden bedeutet.

Auch bei so etwas Essenziellem wie Geld treten immer wieder neue Trends und Möglichkeiten in Erscheinung. Doch da, wo etwas Neues entsteht, muss oft das Alte weichen. Demnach verschwindet ein beliebtes Zahlungsmittel langsam, aber stetig aus unserem Alltag.

Das beliebte Zahlungsmittel wird vom Markt verdrängt

Wer dachte, dass es jetzt um Bargeld geht, der hat weit gefehlt. Es stimmt zwar, dass haptisches Geld in fast allen Ländern der Welt mittlerweile eine völlig zweitrangige Rolle spielt. Anders ist das hierzulande. Obwohl immer weniger Deutsche mit Bargeld bezahlen, verläuft diese Entwicklung eher schleichend, sodass dieses beliebte Zahlungsmittel bestimmt nicht allzu schnell verschwinden wird. Aber neben Scheinen und Münzen existieren heutzutage noch ganz andere Methoden, mit denen man seine Produkte und Dienstleistungen bezahlen kann. Eines davon befindet sich gerade in Europa und Deutschland auf dem absteigenden Ast. Woran liegt das, und wie sieht die Zukunft aus?

Die österreichische BAWAG kauft die Privatkundengeschäfte von Barclays. Die englische Großbank möchte sich verstärkt auf ihr Investmentbanking konzentrieren. Bis spätestens Anfang nächsten Jahres verschwindet dann das beliebte Zahlungsmittel der Barclaycard. Zwar ist die Barclaycard nur eine Kreditkarte von vielen. Doch allein in Deutschland sind von diesem Kurswechsel 2,5 Millionen Kunden betroffen. Die 700 Mitarbeiter in Hamburg müssen sich glücklicherweise bei dieser Übernahme keine Gedanken um ihre Stelle machen. Die BAWAG wird sie weiterhin beschäftigen. Für die österreichische Finanzgruppe ist das ein erfolgreicher Schritt, noch weiter zu expandieren. Doch eigentlich ist die Nachricht dieser Bankenübernahme vor allem beispielhaft für eine viel größere Entwicklung: das Verschwinden eines der beliebtesten Zahlungsmittel.

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Die Zukunft des Zahlungsverkehrs spricht seine eigene Sprache

Früher waren Kreditkarten überall verbreitet. Neben Mobile Payment und Kryptowährungen wirken sie allerdings schon wieder ein wenig veraltetet. Aber nicht nur die immer neueren Technologien tragen Mitschuld am Verschwinden des ehemals beliebten Zahlungsmittels. Als die EU die Gebühren für Kreditkartenzahlungen gedeckelt hatte, führte das zum Aus verschiedenster Kreditkartenangebote. Zum Beispiel gibt es keine Kreditkarten mehr von Amazon, der Deutschen Bahn oder Tchibo. Dort, wo die Auswahl geringer wird, werden Kosten unweigerlich steigen. Und wenn etwas teurer wird, werden sich die Kunden auf Dauer höchstwahrscheinlich und hoffentlich dagegen entscheiden.

Barclays hat sich dazu auch schon geäußert:

„Wir werden weiterhin Kreditkarten unter der Marke Barclays herausgeben und alle im Umlauf befindlichen Karten werden weiterhin funktionieren – auch im nächsten Jahr. Unsere Kundinnen und Kunden werden ihr Zahlungsmittel nicht verlieren. Nach dieser Zeit werden die Produkte ebenfalls unter neuer Marke weiter existieren.“