
Millionen Solarbesitzer sollen bald mehr bezahlen. Diesen Vorschlag macht die Bundesnetzagentur nun, da die bisherige Regelung im Jahr 2028 auslaufen wird. Nicht alle sind von diesem Vorschlag begeistert.
Geht es nach der Bundesnetzagentur, sollen Millionen Solarbesitzer bald stärker zur Kasse gebeten werden. Dieser Vorschlag stößt schon jetzt auf Widerspruch, obwohl es sich noch um keine endgültige Entscheidung handelt.
Millionen Solarbesitzer in Deutschland: „Bezahlen ja schon weniger“
Circa vier Millionen Bürger in Deutschland besitzen eine Photovoltaik-Anlage, die sie auf dem Dach installiert haben. Hinzu kommen noch die Besitzer von Balkonkraftwerken, sodass schätzungsweise fünf Millionen Anlagen in Deutschland existieren, um durch Solarenergie Strom zu gewinnen. Wer eine solche Anlage besitzt, ist gerade an Tagen mit viel Sonnenschein selbst versorgt und bezieht daher keinen Strom aus den Stromnetzwerken der deutschen Anbieter. Deshalb bezahlen sie sowieso schon weniger als diejenigen, die keine eigene Anlage besitzen. Wer beispielsweise kein Geld oder keinen Platz hat oder zur Miete wohnt, muss wohl oder übel auf die allgemeine Stromversorgung setzen und bezahlt entsprechend mehr. Hier will die Bundesnetzagentur in Zukunft jedoch einiges verändern.
Mit diesen Zusatzgebühren müssen Millionen Solarbesitzer jetzt rechnen
Jeder Bürger in Deutschland bezieht seinen Strom aus der allgemeinen Stromversorgung und muss entsprechend Abschläge pro Monat zahlen. Diese setzen sich zusammen aus einem Grundpreis und einem Arbeitsentgelt. Letzteres liegt bei ca. 30 Cent pro Kilowattstunde. Der Grundpreis wird erhoben, damit die Stromanbieter ihre jährlichen Fixkosten decken können. Da auch die Besitzer von PV-Anlagen bei schlechtem Wetter ihren Strom aus dem allgemeinen Netz beziehen, fordert die Bundesagentur nun, dass diese einen höheren Grundpreis zahlen sollen als andere Verbraucher. Dieser solle rund 100 Euro im Jahr betragen. Denn, so die Argumentation, die PV-Anlagen-Besitzer würden ja ebenfalls zu den Kosten beitragen, sich aber weniger als andere daran beteiligen. Deshalb müsse man von ihnen höhere Gebühren verlangen.
Zudem will das Wirtschaftsminimisterium die Einspeisevergütung streichen. Bislang bekam man als Betreiber einer PV-Anlage für den Strom, den man ins allgemeine Netz einspeiste, eine Vergütung. Diese soll zukünftig entfallen, da es laut Stromanbietern aufgrund des unkontrollierten Zuflusses immer wieder zu Ausfällen kommen würde. Kritiker sehen diese Maßnahmen als wenig sinnvoll an. Denn die Investition in Wind- und Solaranlagen sei dringend notwendig für die Klimaziele Deutschlands.
(Quellen: Bundesnetzagentur, BSW Solar, BDEW, Fraunhofer ISE, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














