Mit hunderten Jobs: Kult-Familienbetrieb nach 70 Jahren insolvent

Das Luftbild zeigt einen landwirtschaftlichen Betrieb mit seinen Wäldern, Feldern und Wiesen. Die Landschaft ist hügelig und von Wegen durchzogen. Die Wälder weisen zum Teil Schäden auf.
Symbolbild © imago/Hans Blossey

Weitere hunderte Jobs sind in Gefahr, denn nach 70 Jahren ist ein Kult-Familienbetrieb insolvent. Leider blieb dem Unternehmen aufgrund der wirtschaftlichen Situation nichts anderes übrig, als diesen Schritt zu gehen.

Ein Kult-Familienbetrieb musste nun einen Schritt gehen, der weh tut, denn das Unternehmen ist insolvent. Nach 70 Jahren stehen nun hunderte Jobs auf dem Spiel.

Schon seit einem Jahr in der Krise. Familienbetrieb wollte sich selbst retten

Ganz schön frustrierend dürfte es nicht nur für die Angestellten, sondern auch für die Chefetage gewesen sein, als man feststellte, dass das Unternehmen aus eigener Kraft nicht mehr zu retten ist. Dabei trägt der derzeitige Inhaber immer noch den Familiennamen, auf den Kunden seit 70 Jahren vertrauen.

Doch die Zeit zeigt, dass diese Produkte, die die Menschen früher schätzten und gerne kauften, weil sie für Qualität und lange Lebenszeit standen, heutzutage nicht mehr benötigt werden. Neue Technologien erobern den Markt und führen zum Aus traditioneller Artikel. Seit einem Jahr hat der Betrieb versucht, sich aus eigener Kraft zu retten. Man hat Kosten eingespart und Personal entlassen. Die traurige Bilanz: All die Bemühungen haben am Ende nicht ausgereicht.

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Nach 70 Jahren insolvent: Kult-Familiebetrieb steht vor dem Aus

Seit 70 Jahren verkauft und berät die Handelskette für Forst- und Gartentechnik Endress Geschäfts- und Privatkunden. Wer Wert auf langlebige und qualitativ hochwertige Gartengeräte wie Rasenmäher und Heckenscheren legt, kaufte diese bei Endress. An 20 verschiedenen Standorten in Süddeutschland konnten sich die Kunden zu den unterschiedlichen Produkten beraten lassen. Doch die Zeiten scheinen vorbei. 260 Angestellte bangen jetzt um ihren Arbeitsplatz.

Fragt man den Seniorchef, Ulrich Endress, woran das Unternehmen sich die Zähne ausgebissen hat, sagt er, dass der Markt sich gegen den Betrieb entwickelt habe. Zum einen fragen die Kunden mehr nach Akku-Geräten. Zum anderen müssen die Produkte billig sein. Viele Menschen kaufen lieber China-Ware. Obwohl die wirtschaftliche Lage alles andere als optimal erscheint, wollen der Senior-Chef und der Insolvenzverwalter die Hoffnung nicht aufgeben. Man gehe davon aus, dass Teile des Betriebes gerettet werden können. Und darauf wolle man hinarbeiten. Was dies für die Mitarbeiter bedeutet und wie viele von ihnen am Ende gehen müssen, wird die Zukunft zeigen.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Stuttgarter Zeitung, t-online)