Nach 400 Jahren: Eine der ältesten Familienbäckereien vorm Ende

Ein Holzregal in einer Bäckerei, auf dem viele große runde Laibe Brot liegen. Die Brote haben eine sehr dunkle, kräftig gebackene Kruste mit hellen, mehlig bestäubten Stellen und deutlichen Rissen.
Symbolbild © istockphoto/FooTToo

Eine der ältesten Familienbäckereien steht vor dem endgültigen Ende. Das Aus des traditionsreichen Unternehmens kommt in einer von Krisen geplagten Zeit, die zahlreiche Betriebe zu drastischen Entscheidungen zwingt.

Es ist das bittere Ende eines Bäckereiunternehmens, das bereits länger als die meisten Betriebe existiert. Was hinter dem Aus steckt.

Keine Besserung in Sicht: Betriebe stecken in einer tiefen Krise

Die Umsätze in der Bäckereibranche sind moderat gestiegen, wie der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks bestätigt. Das Wachstum täuscht jedoch leicht über die Krise hinweg: Seit Jahren sinkt die Zahl der Unternehmen, die unter anderem unter fehlendem Fachpersonal und zugleich unter hohen Betriebskosten leiden. Der Strukturwandel setzt selbst langjährig bestehenden Traditionsbäckereien massiv zu. Discounter und Supermärkte haben ihre Backstationen zudem technisch stark aufgerüstet. Sie bieten Ware zu Preisen an, bei denen insbesondere kleine Betriebe nicht mehr mithalten können.

Industriebäckereien profitieren von großen Abnahmemengen und erhalten beim Einkauf von Mehl, Butter oder Energie entsprechende Preisvorteile. Im Gegensatz dazu tragen inhabergeführte Betriebe die vollen Kostensteigerungen unmittelbar und in vollem Umfang. Da sie diese Belastungen nicht über enorme Verkaufszahlen ausgleichen können, trifft sie die Inflation bei den Betriebsmitteln besonders hart. Eine Mischung aus verschiedenen Belastungsfaktoren führt nun auch bei der zweitältesten Familienbäckerei Deutschlands zu einem drastischen Schritt.

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Ende einer der ältesten Familienbäckereien

Das Darmstädter Traditionsunternehmen Breithaupt wird seinen Betrieb im Sommer 2026 endgültig einstellen. Damit beendet die geschichtsträchtige Backstube nach über vier Jahrhunderten den Verkauf ihrer Waren. Für Inhaberin Bettina Breithaupt ist dieser Entschluss ein schwerer Schlag, doch nach 435 Jahren im Familienbesitz sieht sie keine wirtschaftliche Basis mehr. Neben dem hohen Kostendruck und dem veränderten Konsumverhalten der Kunden spielt auch ein weiterer Faktor eine Rolle: Es fand sich kein Nachfolger. Zuvor unterhielt das Unternehmen ein größeres Filialnetz, das inzwischen geschrumpft ist. Auch Mitarbeiter mussten gehen. In wenigen Monaten müssen sich jetzt die verbliebenen 20 Beschäftigten von ihrem Arbeitgeber verabschieden – und Deutschland verliert eine weitere Bäckerei mit langjähriger Tradition.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)