
Nach über einem Jahrhundert voller schöner Momente macht eine Familienbäckerei nun endgültig dicht und lässt damit traurige Kunden zurück. Der kleine Betrieb war mehr als nur ein Ort zum Kommen und Gehen.
Schon jetzt fallen die Reaktionen auf die Schließung sehr emotional aus. Doch für die Betreiber ergibt alles andere keinen Sinn mehr. Nach über einem Jahrhundert macht die Familienbäckerei bald endgültig dicht.
Eine weitere Bäckerei betroffen: Anzahl der Familienunternehmen schrumpft massiv
Immer mehr Bäckereien müssen schließen – für viele Kunden inzwischen ein alltägliches Szenario. Kleinere Familienbetriebe müssen Platz machen für die großen Ketten, weil sie einfach nicht die finanziellen Rücklagen und den langen Atem haben, um sich gegen die mächtige Konkurrenz durchsetzen zu können. Zudem kaufen immer mehr Menschen ihre Backwaren lieber in den Supermärkten und Discountern. Stetig steigende Kosten für Energie, Rohstoffe und Personal tun ihr Übriges.
Und dennoch gibt es sie noch, die kleinen familiengeführten Betriebe, die jeden Tag ihr handwerkliches Können und ihre Liebe zur Sache in die Backwaren legen und damit auch die Kunden noch zu sich holen können. Denn gerade die älteren Generationen schätzen eine Bäckerei nicht nur als Ort zum Einkaufen, sondern auch zum Reden und Wohlfühlen. Doch ein solches Unternehmen wird es bald nicht mehr geben.
Familienbäckerei macht dicht: Der ganze Orte drückt sein Bedauern aus
Nun ist auch die Zeit des nahenden Endes für die Bäckerei Meyer in Wildeshausen gekommen. Mit über 100 Jahren kann das Unternehmen auf eine traditionsreiche und lange Geschichte zurückblicken. Und nicht nur das: Hier fühlten sich Kunden zuhause und willkommen. Die Atmosphäre war stets freundlich und man tauschte sich über das Leben aus, sagen die Kunden. Die meisten kennen die Bäckerei von Kindesbeinen an und sind traurig.
Doch für die Betreiber Jochen und Petra Meyer gibt es keine andere Möglichkeit mehr, den Betrieb erfolgreich aufrechtzuerhalten. Sie wollen die Bäckerei bis Ende des Jahres schließen und sich von ihren Kunden verabschieden. So sagen die beiden, dass sie jedem Kunden für die jahrelange Treue danken möchten. Die Entscheidung sei jedoch nicht leichtfertig gefallen. Jahrelang habe man nach einem Nachfolger gesucht. Es gibt jedoch keinen. Die schwierigen Bedingungen für Bäckereien dürften zu diesem Ende beitragen. Auch die Unterstützung fehlte. Das Paar fand nämlich keine Fachkräfte mehr. Deshalb hatten sie über die Jahre hinweg auch die Öffnungszeiten reduziert. Montag beispielsweise gilt bei den beiden als Ruhetag. Auch die Stadt sprach ihr Bedauern über die Schließung aus.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














