Nach Insolvenz: Laden-Riese verschleudert jetzt alles – „Räumung“

Im Fenster eines Geschäftes hängt ein groes gelbes Schild mit einer schwarz-gelben Umrandung. In der Mitte steht in großen schwarzen Buchstaben "Ales muss raus". Darunter befindet sich ein über das komplette Fenster geklebtes gelb-schwarzes Band mit der Aufschrift "Totalräumungsverkauf". Im Hintergrund sieht man ein großes rotes Sale-Schild.
Symbolbild © imago/Rolf Poss

Dieser Laden-Riese hat nach der Insolvenz mit dem Räumungsverkauf in mehreren Filialen begonnen. Obwohl sich viele Kunden nun einige Schnäppchen sichern können, hat die Schieflage dramatische Konsequenzen für einen Teil der Belegschaft.

Hinter den Rabattaktionen steht jedoch eine ernste Entwicklung, denn die Kette Gries Deco Company (Depot) musste im Mai 2026 zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren ein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung beantragen.

Zahl der Einzelhandelsgeschäfte sinkt drastisch

Es sind schwere Zeiten für viele Einzelhändler. Weil Verbraucher ihre Einkäufe immer häufiger online erledigen, leiden stationäre Geschäfte unter sinkenden Verkaufszahlen. Hinzu kommen hohe Mieten und deutlich gestiegene Kosten für Personal, Energie und Materialien. Der Handelsverband Deutschland (HDE) ist alarmiert: Die Experten vermuten, dass die Zahl der Einzelhandelsgeschäfte im Geschäftsjahr 2026 erstmals seit der Wiedervereinigung auf unter 300.000 absinken könnte. Die Insolvenzen häufen sich ‒ und inzwischen ist auch eine bekannte Deko-Kette erneut insolvent.

Nach der Insolvenz startet dieser Laden-Riese den Räumungsverkauf

In mehreren deutschen Großstädten muss die Einzelhandelskette Geschäfte schließen. Derzeit beläuft sich die Anzahl der geplanten Schließungen auf 66 Läden. Demnach wird das Filialnetz, welches insgesamt rund 155 Geschäfte umfasst, deutlich schrumpfen. Die betroffene Marke Depot ist insbesondere für den Verkauf von Dekorationsartikeln, kleineren Möbeln und Heimtextilien bekannt. Weil die Wurzeln bis ins Jahr 1948 zurückreichen, handelt es sich um ein Unternehmen mit langer Tradition. Depot gehört zur Gries Deco Company GmbH, die im Mai eine Insolvenz in Eigenverwaltung beantragen musste.

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In einigen betroffenen Geschäften, darunter in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt am Main, können Kunden derzeit vom Räumungskauf profitieren. Allerdings gibt es eine Einschränkung bei Depot-Gutscheinen: Wer einen vor dem 12. Mai erworben hatte, kann diesen nicht mehr benutzen. Dass die beliebte Kette sich neu aufstellen muss, ist auf verschiedene Gründe zurückzuführen. Unter anderem ist es die Zurückhaltung der Kunden, die zur Schieflage beiträgt. Weil in zahlreichen Depot-Filialen die Lichter ausgehen, bekommt auch ein Teil der Belegschaft die bitteren Konsequenzen zu spüren. Etwa 330 Beschäftigte verlieren ihren Job. Doch noch gibt Geschäftsführer Christian Gries nicht auf: Er kämpft mit dem Insolvenzverwalter weiter darum, das Unternehmen zu retten und möglichst viele der beliebten Filialen sowie Arbeitsplätze zu erhalten.

(Quellen: Depot, dpa, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)