Nestlé-Skandal: Gefahrenstoffe in Babynahrung gefunden – Rückruf

Das Firmengebäude von Nestlé ist zu sehen. Oben auf dem modernen, mehrstöckigen Gebäude befindet sich das große Nestlé-Logo in Blau, bestehend aus dem markanten Schriftzug und dem bekannten Nest-Symbol mit Vögeln.
Symbolbild © istockphoto/Victor Golmer

Alarm bei Nestlé: Ein gefährlicher Giftstoff wurde in Babynahrung gefunden, zahlreiche Produkte werden zurückgerufen. Behörden warnen, Foodwatch kritisiert und Eltern sind in Sorge – trotz bislang fehlender Krankheitsfälle.

Ein Nestlé-Skandal um Babynahrung und einen mysteriösen Giftstoff: Das Thema sorgt derzeit bundesweit für Aufregung und Eltern fragen sich, wie gefährlich das alles wirklich ist.

Babynahrung im Fokus – und plötzlich Alarm!

Was als ganz normale Produktmeldung begann, hat sich in wenigen Tagen zu einem handfesten Lebensmittelskandal entwickelt. Der Lebensmittelriese Nestlé ruft derzeit bundesweit mehrere Sorten seiner beliebten Babynahrung zurück – darunter Produkte der Linien BEBA und Alfamino. Der Grund: Eine Zutat könnte mit Cereulid, einem Toxin, belastet sein. Das hört sich dramatisch an, doch die Details kommen erst allmählich ans Licht: Alle Bundesländer sind betroffen und Eltern prüfen verunsichert Verpackungen.

Bei Cereulid handelt es sich um ein Toxin, das vom Bakterium Bacillus cereus produziert wird. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung kann es Übelkeit und Erbrechen auslösen. Bei Babys und Kleinkindern gelten solche Reaktionen als besonders heikel, denn ihr Immunsystem ist noch nicht vollständig ausgebildet. Doch zwischen all den Warnmeldungen gibt es auch Entwarnung: Bislang ist kein einziger Krankheitsfall bekannt. Die betroffenen Chargennummern und Mindesthaltbarkeitsdaten listet das Unternehmen online auf. Beides steht gut sichtbar am Boden der Verpackung. Eltern sollen die Babynahrung nicht mehr verfüttern, sondern in den Handel zurückbringen. Den Kaufpreis bekommt man zurück, sogar ohne Bon.

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Rückruf weitet sich aus – Kritik wird laut

Inzwischen hat Nestlé den Rückruf über Deutschlands Grenzen hinaus erweitert. Chargen aus mindestens fünfzig Ländern wurden vorsorglich aus dem Verkehr gezogen. Die Verbraucherorganisation Foodwatch erhöht den Druck. In einer Stellungnahme fordert sie volle Transparenz – zu Produktionswerken, Zeitpunkten der Kontamination und den Kontrollabläufen.

Nestlé erklärt, man habe nach einem Qualitätsproblem bei einem Zulieferer sämtliche eingesetzten Öle überprüft und bereits alternative Lieferanten eingebunden, um die Versorgung zu sichern. Ohne Folgen bleibt der Skandal für den Konzern nicht, denn Nestlés Aktienkurs sackte in dieser Woche um rund 4,5 Prozent ab.

(Quellen: Verbraucherzentrale, Nestlé)