
Bald kommt eine neue 200-Euro-Regel, die die Verbraucher schützen soll. Millionen Käufer werden überprüft. Die neue Regel soll zukünftig ein großes Problem schon im Vorfeld verhindern.
Sicherlich wird diese neue 200-Euro-Regel den einen oder anderen zukünftig ärgern. Denn einfach losshoppen geht dann nicht mehr. Auf diese Weise will man die Verbraucher jedoch schützen.
Verbraucher tappen in die Falle – „Kann zum Ruin führen“
Aktuell herrscht beim Online-Shopping eine regulatorische Ausnahme, das sogenannte „Kleinkredit-Privileg“. Bis zum Inkrafttreten der neuen Regeln im November 2026 gelten für „Buy Now, Pay Later“ (BNPL) bei PayPal und Klarna andere Regeln. Das bedeutet: Verträge über Beträge unter 200 Euro fallen derzeit nicht unter das strenge Verbraucherkreditrecht. Die Anbieter sind gesetzlich nicht verpflichtet, die finanzielle Situation oder das Einkommen der Verbraucher detailliert zu prüfen.
Kredite, die innerhalb von weniger als drei Monaten zurückgezahlt werden und zins- sowie gebührenfrei sind (wie der klassische Rechnungskauf oder „Zahlen in 30 Tagen“), sind aktuell fast vollständig von den gesetzlichen Verbraucherschutzregeln für Kredite befreit. Das soll nun anders werden.
Neue 200-Euro-Regel: Das soll sich bald ändern
Die unregulierten „Gefälligkeitskredite“ fallen weg. Jeder Ratenkauf oder Zahlungsaufschub (wie „In 30 Tagen bezahlen“) unterliegt ab dem 20. November einer echten Prüfung der Zahlungsfähigkeit. Häufige Kleinkredite und Zahlungsaufschübe fließen ab dann direkt in die Bonitätsbewertung ein. Zu viele offene Kleinbeträge können den Score verschlechtern und künftige große Kredite erschweren. Genau dies soll die neue Regel jetzt verhindern und die Verbraucher vor Überschuldung besser schützen.
Anbieter dürfen den Ratenkauf nicht mehr als „kostenlosen“ Lifestyle bewerben, sondern müssen unmissverständlich vor den Risiken von Schulden warnen. Die Kosten für Mahngebühren und Verzugszinsen werden enger begrenzt. Zudem erhalten Kunden zukünftig ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Die unkomplizierte „1-Klick-Verschuldung“ beim Online-Shopping wird deutlich bürokratischer und transparenter. Experten raten davon ab, mehrere kleine Beträge parallel per Ratenkauf zu finanzieren. Stattdessen sollte man das klassische Ansparen für Konsumgüter nutzen, um die Bonität für wichtige Lebensphasen sauber zu halten.
(Quellen: Bundesgesetzblatt, BaFin, Bundesregierung)














