Neue EU-Regel gilt: Das ändert sich bei Marmelade und Konfitüre

Eine Kundin, deren Gesicht man auf dem Bild nicht erkennt, hält in ihren Händen jeweils ein Glas Marmelade oder Konfitüre. In dem einen befindet sich rote Marmelade, in dem anderen eine orange-farbene.
Symbolbild © istockphoto/tampatra

Seit dem 14. Juni hat Deutschland eine neue EU-Regel, die Marmelade und Konfitüre betrifft, auch hier in geltendes Recht umgesetzt. Kunden sowie Verbraucherschützer befürchten nun, dass sich dies auch preislich niederschlagen könnte.

Die Verordnung sorgt spätestens am Frühstückstisch für Gesprächsstoff. Dabei war den meisten Verbrauchern beim täglichen Einkauf ein ganz bestimmtes Detail im Supermarktregal bisher vollkommen egal.

Die Kunden hat es bislang nicht interessiert: Regel folgt der Praxis

So mancher Verbraucher wird bis vor Kurzem noch vor dem Regal im Supermarkt oder Discounter gestanden und sich die Frage gestellt haben, wo eigentlich der Unterschied zwischen Marmelade und Konfitüre liegt. Egal, welche Bezeichnung sich auf den Gläsern findet: Für die Verbraucher handelte es sich immer um Marmelade. Das Wort „Konfitüre“ verwendeten nur diejenigen, die den Unterschied tatsächlich kannten und für sich selbst auf der unterschiedlichen Bezeichnung bestanden.

Für die Unternehmen jedoch steckte dahinter ein Gesetz, das ihnen die exakte Bezeichnung vorschrieb. Das Wort Marmelade leitet sich nämlich aus dem Spanischen ab und bedeutet dort Quitte. Demnach wurden nur solche Aufstriche Marmelade genannt, die aus Zitrusfrüchten bestanden. Alle anderen Obstsorten erhielten das Label Konfitüre. Dies hat sich seit dem 14. Juni indessen auch in Deutschland geändert, nachdem die EU ein neues Frühstücksgesetz erließ.

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Marmelade oder Konfitüre: Kunden und Verbraucherschützer befürchten nun eine Preiserhöhung

Seit dem 14. Juni dürfen nämlich alle Konfitüren auch Marmelade heißen, egal, aus welchem Obst sie gemacht wurden. Diese Vereinfachung ist den Menschen am Frühstückstisch längst geläufig, bedeutet jedoch für die Hersteller von Konfitüren einen erheblichen Mehraufwand. Sie müssen nicht nur ihre Etikettierung und eventuell den Namen ändern. Dahinter stecken noch weitere kostenintensive Aspekte, sodass sich die Bürger hierzulande fragen: Werden Konfitüren nun auch noch teurer?

Große Hersteller wie Schwartau und Zentis haben zu dieser Befürchtung schon Stellung genommen und können die Menschen beruhigen. Sie wollen trotz der toleranteren Regelung bislang keine Änderung ihrer Etikettierung oder der Namen vornehmen. Es gebe zwar Prozesse im Hintergrund, die Mehraufwand bedeuten würden, dies würde sich aber nicht auf den Preis für den Endverbraucher niederschlagen. An der Preisschraube drehen bereits andere wie die Inflation oder die steigenden Rohstoff- und Energiekosten.

(Quellen: Zentis, Schwartau, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)