
Was früher oft auf den Esstisch kam, ist heute nicht mehr gefragt. Denn die neue Generation meidet deutsche Traditionsgerichte, die vielen Familien früher das Überleben gesichert haben.
Der Geschmack wandelt sich mit den Zeiten, was man auch deutlich an den Gerichten sieht. Deutsche Traditionsgerichte, die früher alltäglich auf dem Familientisch landeten, lehnt die neue Generation heutzutage ab.
Früher nicht nur eine Frage des Geschmacks: Not macht erfinderisch
Wer seine Großeltern oder Urgroßeltern nach ihrer Kindheit und Jugendzeit fragen kann, wird schnell feststellen, dass die heutigen Generationen ein recht gutes Leben führen. Damals bestimmten Kriegs- und Nachkriegsjahre das Leben der Menschen. Viele von ihnen hatten durch den Krieg alles verloren und mussten mit dem auskommen, was sie zugeteilt bekamen. Und das war nicht viel. So verwendete man alles, was man im Hause hatte und bekommen konnte. Weggeworfen haben die Kriegsgenerationen nichts. Denn alles wurde verwertet.
Demnach entstanden Gerichte, die man einfach gegessen hat, damit man überhaupt satt wurde. Und einmal mehr bestätigt sich das alte deutsche Sprichwort: Not macht erfinderisch. Die so entstandenen Gerichte schaffen es jedoch heute nicht mehr auf den Esstisch.
Deutsche Traditionsgerichte sterben aus: Neue Generation weigert sich, sie zu essen
Bis in die 1950er und 1960er Jahre hinein gab es in Deutschland noch die Hausschlachtung. Wer Vieh besaß, schlachtete es auf dem eigenen Hof und verwertete alles, was das Tier zu bieten hatte. Etwas wegzuwerfen konnte sich niemand leisten. Angesichts dessen entstanden Gerichte, um auch Hirn, Pansen, Hufe usw. zu verwenden. In unserer heutigen Wohlstandsgesellschaft gibt es diese Gerichte nicht mehr. Früher galt insbesondere die Rinderzunge als Festtagsgericht. Heute schrecken die Menschen bei ihrem Anblick eher zurück. Sülze, die aus Schweinehirn hergestellt wird, ist heutzutage ebenso verpönt wie Hirn mit Ei.
Auch andere Innereien und das Blut von Rindern und Schweinen meidet die neue Generation. Blutwurst, Grützwurst oder Blutpfannkuchen bereitet sie nicht mehr zu. Auch Nieren und Leber finden unter den jungen Menschen keine Bewunderung mehr. Aber auch Gerichte ohne Fleisch wie die Brotsuppe, die Mehlsuppe oder der Semmelauflauf schaffen es nicht mehr auf den Tisch einer modernen Familie. Dabei sicherten all diese Mahlzeiten einst das Überleben vieler Familien.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














