
Mit dem neuen Jahr kommen neue Pflichten auf die Bio-Bauern in Deutschland zu, weshalb viele von ihnen aufgeben. Einige sind bereits ausgestiegen, weil sie dies einfach nicht leisten können.
Inzwischen sind Hunderte Landwirte ausgestiegen und weitere könnten folgen. Denn ab dem neuen Jahr kommen auf Bio-Bauern neue Pflichten zu, die wohl so mancher Landwirt nicht erfüllen kann. Einen anderen Weg sehen sie nicht mehr.
Strenge Auflagen für das Siegel: „Bio“ muss einige Voraussetzungen erfüllen
In den Vorschriften der EU, die Deutschland in nationales Recht umgesetzt hat, ist festgelegt, welche Bedingungen ein Landwirt erfüllen muss, damit die Milch oder das Fleisch seiner Tiere das Bio-Siegel tragen darf. Dazu gehört beispielsweise, dass die Tiere eine bestimmte Anzahl an Quadratmetern zur Verfügung haben und auch die Möglichkeit für einen Auslauf auf eine Grünfläche.
Viele Bio-Landwirte haben daher zum Beispiel die Ställe umbauen lassen und Millionen investiert. Im Gegenzug dazu bekommen sie pro Liter Milch oder pro Kilogramm Fleisch mehr, und sie werden subventioniert. Förderprogramme sorgen dafür, dass die Bio-Bauern überleben können.
Neue Pflichten für Bio-Bauern: Immer mehr geben auf
Zwar gibt es die Regelungen für das Bio-Siegel schon länger. Bislang jedoch ließ die EU Ausnahmen für Härtefälle zu. Viele Bauern besaßen zum Beispiel gar keine Weideflächen, konnten jedoch den Stall so umbauen, dass die Tiere Zugang zu einer Grünfläche hatten. Mit dem neuen Jahr soll es diese Härtefälle jedoch nicht mehr geben. Dann soll jeder Landwirt seinen Tieren eine tatsächliche Weidefläche zur Verfügung stellen müssen. Wer diese nicht besitzt, hat eben Pech gehabt.
Allein in Bayern sehen 300 Landwirte schwarz für ihre Zukunft und stellen ihre Betriebe deshalb wieder auf die konventionelle Art um. Bis zum 30. September können sie dies noch sanktionsfrei tun, weshalb immer mehr Bauern diesen schweren Schritt gehen. Denn ein Umstieg auf einen konventionellen Betrieb ohne Bio-Siegel kostet die Landwirte bares Geld. Sie rechnen mit Einbußen von 80.000 bis 100.000 Euro pro Jahr. Mit dem Wegfall des Siegels gibt es nämlich nicht nur keine Förderprogramme mehr, sondern sie bekommen für einen Liter Milch 53 anstatt 66 Cent pro Liter. Diesen Verlust müssen sie anderweitig auffangen, solange es keine Aussicht auf eine Härtefall-Regelung gibt. Viele Bauern hoffen jedoch noch genau darauf.













