
Jetzt raten Experten dazu, Matsch im Garten nicht zu entfernen. Das ist ein neuer Ratschlag, den noch nicht viele Gärtner kennen. Doch er hat einen wichtigen Hintergrund für die Natur.
Wer seinen Garten möglichst ordentlich hält, greift oft sofort zu Besen oder Schaufel und entfernt Matsch im Garten. Doch genau das raten Experten nicht. Und das hat einen bestimmten Grund.
Neuer Ratschlag der Experten
Naturschutzexperten empfehlen inzwischen, lehmige Stellen und Matsch im Garten nicht sofort zu beseitigen. Für die Vögel ist das nämlich ein wichtiger Baustoff. Vor allem Rauch- und Mehlschwalben sind auf feuchten Lehm angewiesen. Aus kleinen Lehmkügelchen formen sie gemeinsam mit ihrem Speichel ihre Nester, die man oft unter Dachvorsprüngen oder an Hausfassaden findet. Doch genau dieses Baumaterial wird zunehmend knapp. Versiegelte Wege, gepflasterte Höfe und lang anhaltende Trockenperioden sorgen dafür, dass Matsch im Garten und Co. immer seltener wird.
Der Naturschutzbund Deutschland rät deshalb dazu, Lehmpfützen oder Schwalbenpfützen anzulegen. Dafür genügt oft schon eine flache Mulde im Garten oder ein großer Blumenuntersetzer, der mit lehmiger Erde und Wasser gefüllt ist. Wichtig ist, dass die Erde während der Brutzeit feucht bleibt, denn ausgetrockneter Lehm lässt sich von den Schwalben kaum noch verwenden. Auch der Standort spielt eine wichtige Rolle. Die Lehmpfütze sollte möglichst offen liegen, damit die Vögel sie problemlos anfliegen können und Katzen oder andere Räuber keine Deckung finden. Außerdem empfiehlt der NABU, den Matsch im Garten möglichst nah an bestehenden Nestern einzurichten. Ist der Weg zu weit, trocknet der Lehm häufig bereits auf dem Rückflug wieder aus.
Das sollten die Menschen am besten tun
Zusätzlich kann man etwas kurz gehäckseltes Stroh oder Heu unter den Lehm mischen. Dieses Material wird von den Schwalben ebenfalls beim Bau ihrer Nester verwendet und erhöht deren Stabilität. Wer Schwalben im Garten unterstützen möchte, kann außerdem künstliche Nisthilfen anbringen. Da die Vögel sehr ortstreu sind, kehren sie oft über viele Jahre an denselben Brutplatz zurück.
Von Schwalben profitieren letztlich auch Gartenbesitzer selbst. Die Vögel ernähren sich fast ausschließlich von fliegenden Insekten. Mücken, Fliegen und andere kleine Insekten gehören täglich zu ihrer Nahrung. Ein Schwalbenpaar mit Jungvögeln kann während der Brutsaison enorme Mengen an Insekten erbeuten.
(Quellen: RUHR24, NABU Niedersachsen, Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV), eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














