Neues Verbot: Bestimmte Haltung von Rindern steht vor dem Aus

Auf einer saftigen grünen Wiese befinden sich mehrere Kühe. Sie laufen durch das hohe Gras und fressen. Die Sonne scheint und der Himmel ist strahlend blau.
Symbolbild © istockphoto/filmfoto

Eine bestimmte Haltung von Rindern, die schon lange in der Landwirtschaft praktiziert wird, steht nun vor dem Aus. Denn ein neues Gesetz schafft klare Vorgaben. Die betroffenen Bauern stehen unter Druck.

Seit Jahrhunderten praktizieren die Menschen eine bestimmte Haltung von Rindern. Doch genau diese steht jetzt vor dem Aus. Ein Bundesland wagt den ersten Schritt und erlässt ein entsprechendes Gesetz.

Tierschützer schlagen seit Jahrzehnten Alarm: „Einfach nur grausam!“

Man mag es nicht glauben, aber Tierschützer und entsprechende Vereine gibt es bereits seit über 200 Jahren. In verschiedenen Ländern, unter anderem in Deutschland, wurden sogar schon recht früh Gesetze erlassen, die das Quälen von Haus- und Nutztieren untersagen und unter Strafe stellen.

Doch was genau dies bedeutet, darüber scheiden sich die Geister. Denn in der Nutztierhaltung geht es hauptsächlich um Kosteneinsparungen und Effizienz. Das bedeutet leider auch, dass Nutztiere wie Hühner, Schafe, Rinder und Schweine auf engstem Raum unter schlimmen Bedingungen gehalten werden. Das Futter ist billig und mitnichten hochwertig. Damit Verletzungen und Krankheiten nicht Überhand nehmen, bekommen die Tiere zudem Antibiotika verabreicht. Tierschützer laufen Sturm gegen solche Haltungsbedingungen. Immer mehr Verbraucher sehen dies inzwischen ein. Und auch, wenn sie auf Fleisch nicht verzichten wollen, so kaufen sie zumindest solches aus einer höheren Haltungsform.

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Haltung von Rindern vor dem Aus: Bundesland beschließt das Aus dieser Grausamkeit

Es gibt jedoch eine spezielle Haltungsform, die in Deutschland immer noch in vielen Betrieben existiert: die Anbindehaltung. Rinder, insbesondere männliche Mastrinder, werden im Stall angebunden. Sie erhalten weder Auslauf noch eine andere Möglichkeit, sich zu bewegen. Sie leben und sterben in furchtbarem Elend.

Genau dies will das Land Niedersachsen nun beenden. 170.000 Tiere sind in dem Bundesland von dieser Haltungsform noch betroffen. Dies sind Statistiken zufolge etwa sechs Prozent und damit eine Minderheit. Die betroffenen Betriebe haben mit Bekanntgabe der neuen Regelung die Auflage, sich zu melden. Sie müssen dann innerhalb von sechs Monaten bekanntgeben, ob sie die Anbindehaltung abschaffen oder den Betrieb komplett aufgeben wollen. Es gilt eine Übergangsfrist von 18 Monaten. Innerhalb von sieben Jahren soll diese Haltungsform dann beendet sein. Die Landwirte unterstützen dieses Vorhaben generell, fordern jedoch eine praxisnahe Umsetzung.

(Quellen: Niedersächsisches Agrarministerium, offizielle Rinderhaltungsstatistik)