Nie wieder zum Arzt: Krankschreibung bei erster Kaufland-Filiale

Eine Person, die von hinten zu sehen ist, trägt eine Weste, auf deren Rückseite das Logo von Kaufland aufgedruckt ist. Daneben ist ein Teil einer Wand zu sehen. Im Hintergrund sieht man verschwommen das Gesicht eines Mannes.
Symbolbild © imago/Harald Dostal

Eine Arztpraxis im Supermarkt klingt erst einmal sehr abwegig. In einer Kaufland-Filiale gibt es dies jedoch jetzt tatsächlich. Krankschreibungen, Rezepte und Überweisungen können ab sofort direkt mit dem Einkauf erledigt werden.

Ein Modell der Zukunft: die Arztpraxis im Supermarkt. Eine Filiale von Kaufland realisiert nun genau das. Ohne große Wartezeit und zusätzliche Wege erhält man hier medizinische Beratung und Behandlung.

Das innovative Pilotprojekt bei Kaufland

Viele Menschen kennen es: Nach der Arbeit noch schnell einkaufen gehen und dann von Termin zu Termin hetzen. Einen Weg können sich die Anwohner in und um Mosbach in Baden-Württemberg jedoch künftig sparen – den zur Arztpraxis. Wie die örtliche Kaufland-Filiale mitteilt, gibt es für die Supermarktkunden ab sofort eine telemedizinische Arztsprechstunde. So lässt sich der Einkauf praktischerweise gleich mit dem Arztbesuch verbinden.

Das Pilotprojekt umfasst einen 54 Quadratmeter großen Raum, den sogenannten „S | Medical-Room“ im Vorkassenbereich. In einer blick- und schallgeschützten Kabine erhalten die Kunden (in diesem Fall auch Patienten) medizinische Beratung und Behandlung per Videoschalte. Im „S | Medical-Room“ unterstützen medizinische Fachangestellte bei der Anmeldung und Anamnese. Die Terminvergabe erfolgt online oder vor Ort. Die Anmeldung läuft über das Smartphone. Patienten, die kein Smartphone besitzen, erhalten ein Leih-Tablet für den Check-in.

Lesen Sie auch
Lidl durchbricht Preis-Schallgrenze: Butter wieder unter 1 Euro

Nie wieder zum Arzt: Die Krankschreibung aus dem Supermarkt

Anschließend kann man mit einem Arzt oder einer Ärztin des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) Sana am Stiftsberg in Neckarsulm sprechen. Dabei prüfen die Mediziner, ob eine Behandlung per Videosprechstunde medizinisch möglich ist. Sind die Beschwerden ernster als beispielsweise eine Erkältung oder ein Magen-Darm-Infekt, raten die Ärzte den Patienten dazu, persönlich eine Praxis oder ein Krankenhaus aufzusuchen. Andernfalls sind Krankschreibungen oder Rezeptverordnungen auch über die telemedizinische Sprechstunde möglich. Diese finden übrigens immer von Montag bis Samstag zwischen 8.00 Uhr und 19.00 Uhr statt.

Das Projekt sei langfristig angelegt und laufe bisher sehr gut, wie ein Sprecher mitteilt. Kaufland wolle den Kunden damit vor allem ihren Alltag erleichtern. Auch das medizinische Personal könne so schneller auf die Beschwerden der Patienten eingehen. Derzeit prüfen die Verantwortlichen bei Kaufland in Kooperation mit dem MVZ, ob das Projekt ausgeweitet werden kann und so bald bundesweit verfügbar ist.

(Quellen: Stiftung Gesundheitswesen, Ärzteverbund, Kaufland)